Fotoshooting am 17.05.07
Vor dem Weggehen sollte man sich natürlich aufbrezeln, wie das Christine so schön sagt
Bei Wein und Pizza gings uns gut...
... wie man sieht
Der Weg zu ihr nach Hause..., ohne Regen, aber pünktlich vor der Regenzeit, denn kaum waren die Esel und mein Zeug verstaut fing es heftig an mit regnen. Dafür bin ich sehr dankbar.
Warten auf meine Tante bei meiner Ankunft in Thalheim, am 07.05.07, an Renters Ruh
Ankunft vor ihrem Haus
Weiterer Weg zu ihr...

Christine und ihre lieben Eltern
kurzer Ritt auf Sasi
hier will sie schon nichtmehr weiterlaufen
Freßen ist wichtiger als mich tragen
ja, rauchen tue ich immer noch
Die Katze von Angelika, die wir besuchten, da sie auch einenEsel Linda hat - die Fotos vom Besuch kommen noch
Postkartenreifes Foto von Sasi, immer herrlich wenn sie sich so umdreht und mit ihren Knopfaugen mich gelassen anschaut
Sultano und ich, ne
Christine und die Esel
Es ging kein Weg über die Brücke, der berühmte Eselkampf
Beruhigt freßen sie, nachdem wir an der Brückenaktion gescheitert sind
Erfrischung in der Zwönitz, war ein warmer Sonntag, 13.05.07
nochmal Kampf, Miniela gibt alles, um nicht da drüber zu müßen - mit Erfolg
Rast an der Rentners Ruh
Familienausflug zur Rentners Ruh mit (v.links) Christine, ihr lieber Freund Jensi, seine Nichte Celine, seine Eltern und sein Neffe
die ersten und einzigen Kinder an Rentners Ruh, die Sasi geritten sind und ich was kleines verdient habe
Jensi und Sultano
Celine mit ihren Bruder, Sasi führend
Miniela wollte schnell zurück zur Gruppe, da ich neu satteln mußte
Waldspaziergang
Kinder helfen beim Esel putzen
noch auf der Weide, die glücklicherweise gleich gegenüber von Christines Wohnung liegt und wir sie vom Fenster aus sehen können
Der Weg in den Wald zu Rentners Ruh mit Celine auf Sasi
Miniela wollte sich nicht recht ansatteln lassen, Jensi half mir dabei
Noch vorm Haus von Christine
Die erste Begegnung mitden Eseln von Jensi´s Familie
Celine hilft fleißig
Stirnhaare müßen auch gekämmt werden
Und Hufe auskratzen und nachschneiden ist auch immer im Pflichtprogramm vor jedem Start
MinielaBei Christine klingelte der Wecker immer 5 Uhr morgens, doch am ersten Tag habe ich ihn nicht gehört, so müde war ich gewesen. Schön ausgeschlafen, mit Jensi gefrühstückt und mich später um die Esel gekümmert. Die Arbeitskollegen und Freunde von Christine hatten fleißig Brot gesammelt und zwar soviel, dass ich gar nicht alles verfüttern konnte. Da es auf Dauer nicht gut ist und fett macht. Trotzdem vielen Dank an alle fleißigen Sammler. Ich habe mich sehr darüber gefreut und die Esel natürlich auch. Jensi hatte mir aus seinem Dorfe Heu besorgt für die Esel, was ja auch wichtig ist – vielen Dank Jensi. Auch Danke, dass du Sultan und mich so lange ertragen hast bei dir zu Hause. Ich weiß, dass ein so langer langer Besuch in einer Zweiraumwohnung nicht einfach ist.
Es regnete immer noch heiter weiter. Oh, war ich glücklich, dass wir alle im trockenen waren. Es war doch irgendwie göttlich, dass wir es genau bis dahin schafften. Jetzt hatten wir alle Zeit uns auszuruhen. Ich schrieb viel Tagebuch, telefonierte mit meiner Familie und Freunden. Mit Curly telefonierte ich echt eine ganze Nacht lang, so ca. 8 Stunden. Da es gratis war, ist das für Curly eigentlich kein Problem so lange zu reden. Und da wir uns so oft nicht sehen gibt es immer eine Menge zu erzählen. Sie war auch mein nächstes Ziel in Leipzig. Sonst ruhte die ersten Tage erstmal viel, bis ich wieder kräftiger wurde.
Ich begann meiner Internetseite zu gestalten und zu bebildern, was doch gar nicht so einfach war für mich, denn so ein Computer stellt einen immer viele Rätsel und wenn man kein Computerfreak ist, rätselt man länger. Doch den Anfang habe ich geschafft und sogar ein wenig zu den Tagen geschrieben. Im Grunde aber viel zu wenig. Die Interessierten waren meist nicht so zufrieden über den Stand meines öffentlichen Tagebuchs. Ich wollte aber auch noch anderes tun, als nur vor dem PC zu sitzen. Immerhin war ich zu Besuch bei einem Teil meiner Familie.
So besuchte ich auch die Eltern meiner Tante, die sich sehr freuten mich zu sehen und mir einreden wollten jetzt wieder umzukehren. Das wollte ich natürlich gar nicht, jetzt da ich schon bisher gekommen bin und immer noch am Anfang meines Reisevorhabens stand. Sie blieben liebenswert, wollten aber auch nicht, dass ich mit den Eseln vor ihrer Tür stehe. Meine Eltern und Großeltern konnten mein Vorhaben überhaupt nicht gutheißen, was ich aus ihrer Sicht ein wenig verstehen kann. Man macht sich ja immer Sorgen um die Kleinen, auch wenn sie nicht mehr so klein sind. Kinder bleiben eben ewig die Kinder und Enkelkinder.
Christines Vater kannte einen alten Schustermeister mit dem er bekannt war. Meine eine Satteltasche aus Stoff ist ja damals an der Lehnmühle halb zerrissen, als Minielas Sattel runter fiel und sie weiter lief. Auch meine Schuhe fingen an sich aufzulösen, was nicht so gut ist, wenn man fast täglich weite Strecken mit ihnen läuft. So gingen wir zu dem alten Meister und er erklärte sich bereit sie zu reparieren, obwohl er eigentlich schon Rentner ist. Schön ist den alten Leuten beim Erzählen zu zuhören. Der Schustermeister war sehr angetan von meinem Unternehmen, mehr als Christines Vater. Dennoch unterstützte er mich, wofür ich ihm sehr dankbar bin.
Die Esel standen meist unter dem kleinen Schauer der für Schafe gebaut worden ist. Da sie nicht so groß sind, hatten sie Glück und passten drunter. Nico, meinen Cousin, habe ich auch kurz gesehen. Ach, schön wars den Teil der Familie zu sehen, den ich schon immer am meisten mochte, da sie eben auch etwas anders und verrückter sind, vor allem mit viel Sinn für Humor und Gelassenheit.
Als ich im Diska einkaufen ging, weil ich mal was kochen wollte, da Christine fast nie kocht, sondern eher Jensi, der gelernter Koch ist, traf ich Angelika am Bäckerstand. Sie lud mich zum Kaffee und Kuchen, was ich nicht ablehnte. Sie war immer noch freudig erregt, und so kam es leicht zum Reden. Dabei lernte ich einen Mann mittleren Alters kennen, der ebenfalls einen Kuchen verzehrte. Er bekam mit, dass ich mit Eseln auf Wanderschaft war und stellte mir daraufhin verschiedene Fragen, die ich natürlich beantwortete, was sonst. Wie es sich herausstellte, war dieser Mann ein typischer „BILD- dir-deine-Meinung-Typ“ und kam mir mit diesen Meinungen, dass es doch viel zu gefährlich wäre, er selbst würde mich auch nicht bei sich rein lassen würde und mir die Türe vor der Nase zuschlagen. Und überhaupt ginge das heute überhaupt nicht mehr, es herrsche viel zu viel Angst und Schrecken unter der Bevölkerung, womit er ja nicht ganz unrecht hat. Man könnte mich umbringen oder vergewaltigen ... Es gibt kein Vertrauen mehr unter den Menschen. Angelika warf immer mal wieder was dazu ein, hinterm Bäckertresen. Ich wäre ja nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, der nichts gegen den großen Strom machen könnte.
Ich sah in ihm diese negative Haltung, die die meisten Menschen der „Normalbevölkerung“ in sich tragen und es ist sogar bewiesen, dass wenn man stets negativ denkt einen immer wieder negative Dinge passieren. Die positiven kleinen Dinge fallen den Menschen schon gar nicht mehr auf. Das ist auch die Arbeit der Medien, die sich mit Negativschlagzeilen, die Leserschaft ran holt und unterhält. Sie sind ja auch gierig auf diese Nachrichten, sonst würden sie sich vielleicht die FAZ lesen oder so. Und dann denken sie, dass nur Verbrechen in der Welt herrschen. Wenn man der Negativität nicht mehr so viel Beachtung schenken würde, wäre der Schaden geringfügiger. Das funktioniert mit Werbung und auch den Politikern, doch jeder denkt, dass es nur so geht, weil es einem jeden Tag suggeriert wird, dass dies der einzige Weg ist. Doch wie heißt es so schön: „Viele Wege führen nach Rom.“ Warum nicht auch zu einem positiveren selbstzufriedeneren Leben.
Gut, es ist wahrlich nicht einfach aus einer Gewohnheit herauszukommen, was ich immer am Nikotin merke. Noch immer habe ich es nicht geschafft mit dem rauchen aufzuhören. Aber ich hatte keine Lust mehr mich diesem täglichen Frust auszusetzen, der mein Leben bestimmte. Der aus Minderwertigkeitskomplexen, falschen Identifikationen - Wie man so sein wollte, um gesellschaftlich und familiär akzeptiert und respektiert zu werden – Hunger nach verschiedenen Dingen, Sehnsüchten und Wurzellosigkeit bestand. Zweifellos kann ich dies noch enger einkreisen, aber das wäre zuviel des Ganzen. Ich habe soviel frustrierte Gesichter in der Stadt gesehen, Trinker / innen, andere Drogenabhängigkeit, Verstümmlung des eigenen Körpers durch eben solche Genuss-gifte, Bulimie, Magersucht, Schnitte in die eigene Haut bei Borderlinekranken und so weiter... Da gibt es noch mannigfachere Fälle, die alle die selbe Essens der seelische Leere haben. Und trotzdem wird weitergemacht, weiter getrunken, weiter gequält (sich selbst oder andere). Ein Leben ohne Liebe und Vertrauen. Deswegen bin ich dafür andersherum zu denken, ein gesundes Ego aufzubauen, lieben und vertrauen zu können, die Göttlichkeit zu fühlen. Viele verstehen das und sehen sich danach, doch das Geld ist wichtiger und er hohe Posten, den man sich beruflich erarbeitet hat, egal, ob man dabei seine Gesundheit aufs Spiel setzt, seine Kinder nicht mehr kennen lernt...
Nun, es gibt ja auch noch andere Dinge die mich beschäftigen, als immer nur über die vielen Krankheiten der Menschen, Erde und deren eventuellen Ursachen zu suchen.
Wie zum Beispiel die Kunst der Musik, der bildenden Künste, Tanz, die Kunst des Schreibens und die Kunst zu überleben im Einklang mit sich selbst, der Gesellschaft und der Natur. Gut, soviel dazu.
Es regnete über eine Woche lang, erst zu Himmelfahrt war das Wetter wieder trockener geworden, was wir zum raus gehen nutzten, und meine Tante zum fotografieren. Dabei entstanden einige Bilder mit den Eseln, ihren Söhnen plus ihren Freunden, die zufälligerweise mit dem Bier in der Hand über die Wiese liefen, wie das zu Männertag/Himmelfahrt üblich ist. Die jungen Männer waren aufgeschlossen dafür und erfreuten sich an den Eseln. Die Esel hatten allerdings irgendwann von der ganzen Fotografiererei genug.
Die Besitzer der Gastweide hatten ihren alten Hanomag-Traktor raus geholt und sind des frühen Morgens gestartet. Schönes altes Gefährt. Hanomag hat schöne Automobile gebaut. Lee hat auch einen Hanomag, allerdings als LKW, zum Wohnmobil für die Ferien umgebaut. Herrlicher Oldtimer.
Christine und ich waren am Morgen des Männertages in der Sauna von Thalheim, was sehr entspannend und reinigend war. Es ist schon fast zur Tradition geworden einmal dahin zu gehen, wenn ich bei ihr zu Besuch bin. Den Abend zuvor haben wir uns schick gemacht, was mir eher schwer fiel, und sind zum Italiener essen gegangen. Schick machen nennt sie immer aufbrezeln. Süß. Da sie genug Klamotten, Schmuck und Hüte vorrätig hat, haben wir auch was für mich gefunden. War ein seltsames Gefühl, denn ich hatte mich schon lang nicht mehr aufgebrezelt und vor allem nicht geschminkt. Und auf Wanderschaft ist das auch nicht von Nöten, doch ich glaube zu wissen, dass man das als Frau doch ab und zu mal braucht. Man fühlt sich gleich ganz anders und man wird auch anders angeschaut. Nun ja, ich habe den Abend sehr genossen, auch die Sauna und die Zeit allgemein bei ihr, weil sie auch ein Mensch ist mit den man Pferde stehlen und alles bereden kann. Immer offen für Neues, Humor, Klatsch und Problemchen.
Die Angelika hatten wir auch mal einen Tag besucht, der nicht so verregnet war. Ein Sonntag wars. Wir haben die Esel gesattelt, sind mit einigen der Familie zur „Rentners Ruh“ gelaufen, da ich dachte dort etwas Geld mit Kinder reiten zu verdienen, aber es eben doch mehr Rentner als Kinder da.
Angelika wohnt ein Dorf weiter, so ca.5km entfernt und das war ein schöner Sonntagsausflug zu ihr. An einer kleinen Brücke hatten wir das berühmte Eselproblem, dass sie auf keinen Fall darüber gehen wollen. Da war auch überhaupt nichts zu machen, Christine hat sich kaputt gelacht und unter Lachen habe ich es auch nicht geschafft die Esel davon zu überzeugen über die Brücke zu gehen. Naja, es ging ein Weg am Feldrand entlang und dann eben an der Straße bis wir bei ihr waren.
Angelika, ihre Familie und Nachbarn haben uns bereits erwartet und zum Mittag eingeladen. Die Freude beim Ankommen war groß und erregt bei allen. Es wurde heiter drauf los geschnattert, als ob man sich schon lange kennt. Die Esel kamen auf die Weide. Ihr Esel Linda hatte gerade große Probleme mit der Hufrehe und humpelt somit recht stark. Sie hatte das Alter von Sasi, also ca. 18 Jahre, war so goldbraun mit typischen Aalstrich und hatte etwas zu viele Kilos drauf, was wohl die Rehe begünstigt hatte. Vom Charakter her, eine gute Dame, neugierig, aber verfressen. Sasi ist ja auch so, sie hat auch zu viele Kilos drauf, doch zum Glück keine Probleme mit der Hufrehe. Seltsamerweise hat sie während der gesamten Wanderschaft kaum abgenommen, um nicht zu sagen, gar nicht.
Nach dem Mittag ließen sie Linda mal laufen, wie sie wollte. Als ich mal Miniela dazu holte bekam Linda Angst. Sie hatte wohl seit ihren Weggeben von Muttern keinen Esel mehr gesehen, also so ca. 17 Jahre. Doch langsam ging sie mal hinter zur Weide, um zu gucken, denn die Neugier und das Erkennen der eigenen Rasse steckte in ihr und war wohl zu groß, als dass sie es ignorieren hätte können. Es war sehr spannend für alle dabei zu zuschauen.
Angelika tafelte sogar noch Kuchen auf und Obst bis wir voll gefüllt waren. Da sie noch in einem Haus mit Ofenheizung wohnten, hatte ihr Mann eine Menge an diesen kleinen Ascheschaufeln übrig. Die hatte ich bei Peter gesehen, womit er auf dem Markt den Eselmist entfernte und so fragte und bat ich sofort, ob ich eine bekommen kann für die Reise. Und ja, er schenkte mir eine. Ich hätte sie auch gekauft, aber er schenkte sie mir, worüber ich sehr dankbar war. Sie hat mir schon viele Dienste erwiesen – Danke nochmal.
Angelika schenkte mir eine Filzhandtasche, die mir auch viele Dienste erwiesen hat, aber leider nicht überlebt hat, da sie einfach zu locker gefilzt wurde. Ich brauche meist robuste Dinge, die einiges mitmachen und aushalten.
Wir bedankten uns für die den wunderschönen Nachmittag, und gerade als wir losgehen wollten kamen noch zwei jungen Frauen, die mit in dem Haus wohnten und boten uns ihren leckeren Kuchen an. Sie hatten selbst gebackene Mandelecken, welch ein Schmaus, da konnte ich nicht „Nein“ sagen und nahm mir eine. Dann aber los...
In Thalheim erregten die Eselchen etwas Aufsehen bei den Sonntagsspaziergängern, auch bei Christines Eltern, die es ja eigentlich nicht wollten, das wir bei ihnen vorbei kommen, doch wir taten es und sie erfreuten sich doch noch an ihnen. Alles in allem ein schöner Tag und eine schöne Zeit bei meiner Lieblingstante im Westerzgebirge.
Die gute Angelika besorgte mir auch noch zwei Säcke voll Heu für die Eselchen, da ich länger als sieben Tage bei Christine blieb - vielen Dank an den Herrn der LPG.
Christine hatte ab dem Männertag bis zum Ende des Wochenendes frei und entschied sich uns für die drei Tage zu begleiten, worüber ich mich sehr freute. Mal etwas Begleitung ist schön, vor allem wenn es ein so humoristischer ist mit Sinn für die Intuition.
Meine liebe Patentante hat mittlerweile schon die 50'ziger Grenze überschritten und ist immer noch bereit für neue Abenteuer – herrlich. So packten wir soweit es ging am Abend des Männertages und schauten mal zur Abwechslung etwas Fernsehen zum einschlafen.