Sonntag, 25. Mai 2008

03. - 10.06.2007: Leipzig / Stötteritz bei Curly












































Der Aufenthalt in Leipzig war eher katastrophal, als schön, inspirierend und erholsam. Der erste Tag war noch angenehm, da wir beide lange schliefen, zwar geweckt worden mit dreimaligen klingeln an der Haustür, aber keiner stand auf und fühlte sich dafür verantwortlich. Ich war so richtig müde, da ich die letzten zwei Nächte nicht so gut geschlafen hatte.

Ich ging die Esel füttern, nahm die Hunde mit raus, die sich wieder paarten. Na ja, Sultan ist kastriert, da passiert nichts mehr außer heißer Luft. Werner lud mich zu Bratwurst und Sauerkraut ein, aber da ich noch nicht einmal gefrühstückt hatte und das nicht gerade mein Leibgericht ist, sagte ich ab, woraufhin er etwas enttäuscht war. Werners Gartennachbar Stefan wollte die „Bild“ holen, was ich ihm streng untersagte. Curly und ich frühstückten. Sie war sehr traurig, wegen ihrer schwierigen und unglücklichen Liebe. So erzählte sie mir ihre Sorgen. Ich hörte zu.

Zum abend besuchte ich Mel, eine Freundin aus Dresden, die in Leipzig eine Ausbildung machte, jetzt fertig wurde und wieder nach Dresden zog, weil es Arbeit gab und ihr zu Hause. Ihre Freundin blieb ihn Leipzig. An diesem Abend veranstaltete sie eine Abschiedsparty. Ich fuhr mit dem Fahrrad und nahm Sulle mit. Curly hatte ihre Tochter Celina vom Bahnhof geholt und abends die Esel beguckt, während ich bei Mel war. Auf dem Weg zu ihr traf ich zwei Männer, die mich ansprachen und einer fing dann an, ob ich nicht Angst hätte vor ihnen, man weiß ja nie, wer da so unterwegs ist. Sie kamen mir auch seltsam vor. Ich solle auf mich aufpassen und Gott beschütze mich. Ähm, da war ich platt. Seltsames Erlebnis.

Bei Mel überraschte mich der Besuch von zwei alten Freunden, welche Mel beim Umzug nach Dresden halfen. Katha und Rosi. Katha hatte ich in meiner Friseurausbildung kennengelernt und Rosi viel später beim Fachabitur für Gestaltung. Es wurde ein recht netter Abend mit gutem Essen, Wein und minderen Gesprächen. Einige der Gäste waren Medizinstudenten und mich erstaunte ihre Einstellung zu diesem Gebiet. Denn es geht ihnen hierbei nicht um das Heilen, sondern vielmehr in welchen Bereich man am meisten Geld verdient. Das ist die Herzchirurgie. Gegen Mitternacht machte ich mich zurück zu Curly. Unterwegs pflückte ich noch Rosen und weiße Blüten, die ich zu einem Strauß band. Blumen können einem ein wenig Freude bringen in ihrer bunten Vielfalt und Ausstrahlung.

Hermann Hesse schrieb ein schönes Gedicht über sie:

Zu einem Blumenstrauß

So wie der Menschen Ungestüm und Schuld
In jede Stunde unsres Lebens dringt
Und uns zu Mitschuld oder Leiden zwingt,
So strömt Natur mit freundlicher Geduld
Aus hundert Quellen ewig zu uns ein,
Blickt uns aus Tier, Baum, Blume mahnend an,
Ist immer ganz und schön und ohne Wahn,
Kennt keine Hast, kein Unrecht, keinen Schein.
Mit ihren Blumen, die uns sanft umwerben,
Lehrt sie uns schuldlos leben, klaglos sterben.


Sie lag im Bett, rauchte und war traurig. Wieder erzählte sie mir die Dinge, die ich schon mal gehört habe. Es ist an sich kein Problem, ich höre gerne zu, wenn jemand sich ausreden will, doch wenn es nur dieses eine Thema gibt... Das war mein Los, wenn ich bei ihr sein wollte. Doch waren wir nicht wirklich zusammen, weil doch jeder in seiner eigenen Welt lebte. Und es ja immer so ist. Jeder hat seine eigene Welt und Wahrnehmung. Sie konnte einfach nicht anders, weil sie dies so schmerzt. Und wenn der Schmerz einmal am größten ist, hat er meist schon alles eingenommen und man kann nichts anderes mehr wahrnehmen, weil er einen für andere Impulse taub macht. Ich nahm es ihr nicht übel, doch es beschwerte das Gefühl bei ihr zu sein.

Die junge Liebe rief mich an. Er wollte mich gern ein Stück des Weges begleiten und dann aber schon Mittwochs los. Das war mir zu schnell, denn ich wollte noch einiges in Leipzig erledigen, wie Zahncreme kaufen. Ich will nur die Weleda Zahncreme, da sie meiner Erfahrung der beste Schutz gegen Kariesbaktererien ist. Dazu musste ich in die Stadt. Außerdem wollte ich die Eselhufe von den Unileuten schneiden lassen, da sie die einzige Klinik ist, die auch mit Eseln Erfahrung haben. Ich war da, sie sagte mir, vielleicht am Freitag. Ich erledigte das alles mit dem Bike von Curly in Sultans Begleitung. So war ich den gesamten Tag unterwegs. Ich beguckte mir Leipzig, was stark bebaut ist mit oftmals frustrierten Gesichtern der Menschen. In Connewitz war das schon wieder anders, doch überraschte mich dort die hohe Anzahl der Imbisse und Vietnamesischen Läden. Kaum Alternativläden. Leipzig hat viel Pärke, was ich schön finde. Der Park in Stötteritz war am Boden völlig bedeckt mit Bärlauch und dementsprechend roch es da. Ich empfand die Masse eine wenig unangenehm, aber auch daran kann man sich gewöhnen und ist nichts schlimmes, als wenn man sich ein Bein brechen würde.

Ich überlegte lange, was ich Jonas sagen sollte, zwecks der Entscheidung mit weiter wandern oder noch in Leipzig bleiben. Mein Gefühl sagte, du musst hier weg, aber der Verstand sagte, du hast noch einiges zu erledigen und willst gern die Zeit mit Curly verbringen. Wer weiß, wann wir uns wiedersehen. Ich mag sie sehr, sie ist eine der seltenen Menschen, die eine ähnliche Einstellung zum Leben haben. So kann man sich gut mit ihr austauschen und ich weiß, dass ich nicht alleine bin auf der Welt. Lee und co leben ebenso. So alleine bin ich gar nicht. Man muss nur raus gehen und sich nicht verkriechen, dann trifft man die Menschen, die auf einer ähnlichen Welle schwimmen, frei nach dem Spruch: „Gleich und gleich gesellt sich gern.“ Außerdem ist sie so eine kleine starke Frau, die um die Magie der Natur und Liebe weiß. Ich habe noch keine Menschen kennengelernt, der so an die Liebe glaubt und sie fühlen kann in einer einziger Berührung oder in einem einzigen Blick. So eine starke Liebe, solch Vertrauen und Glaube an sie, die Liebe. All ihre Kraft fließt in die Liebe zu dem Menschen, den sie liebt. Nur momentan erging es ihr nicht gut. Ihre schwere Wehmut über die über das Schicksal der zwei Liebenden und meine eigenen Probleme machten mich doppelt so schwer wie zuvor, was mir das Gefühl gab besser weiter zu gehen. Jonas hätte sich darüber gefreut, doch ich hörte mal wieder auf meinen Verstand, was immer negative Konsequenzen zur Folge hat.

So enttäuschte ich ihn, sie, Werner und mich in der gesamten Zeit in Leipzig. Werner wollte mich stets zu sich einladen, um bei ihm zu essen, doch das Flair an seinem Wohnplatz ließ mich immer wieder zögern, da es mich irgendwie anwiderte.
Es war auch komisch für, denn ich hatte nun zwei Männer, die um meine Liebe warben. Peter und Jonas. Das wurde zu einem richtigen Problem für mich, da ich keinem weh tun wollte und mich nicht entscheiden wollte, da beide was liebevolles in sich tragen.

Jonas kam noch nach Leipzig, das wir uns wenigstens mal sehen. Er kam an meinem Geburtstag. Werner wollte Gulasch kochen und Sekt öffnen. So verbrachte ich ein wenig Zeit mit ihm, mit Curly und mit Jonas. Es war einer der unschönsten Geburtstage, die ich je hatte. Man darf auch nie etwas erwarten. Ich glaube deshalb war ich so enttäuscht. Da ich ziemlich negativ war, konnte ich nichts von all dem genießen. Ich sagte Werner, dass ich mich auf seinem Gelände nicht so wohl fühle, da es unsauber ist und unangenehm riecht. Das drückte ich so behutsam wie nur möglich aus, dennoch war er sauer auf mich. Er murrte rum und wies mich erstmal ab. Werner ist so ein Muffelkopf doch mit lieben Herzen in drin. Doch er hat sich und sein zu Haus gehen lassen, trank zu viel und das stößt mich ab, auch wenn er innen drin ein herzensguter Mensch ist. Den Geruch kann man nun mal nicht verdecken.

Die Zeit mit Jonas war ebenso lau, wie ich, obwohl es schön war ihn zu sehen. Es lag an mir und nicht an ihm. Ich wurde kalt, zog mich in mich zurück, konnte keinen klaren Gedanken finden, keine Entscheidung treffen,keine zwei Männer auf einmal lieben. Bei Curly wurde die Stimmung auch nicht besser. Wir waren beide gereizt. Ich sagte ihr irgendwann, dass ich nicht immer nur zuhören kann, ohne etwas dazu zu sagen. So erzählte sie mir gar nichts mehr. Durch unsere gemeinsame Wanderung zu ihr, fanden wir Wiesen mit vielen Kräutern. Sie ging sie sammeln, machte ihr Ding und ich somit meines. Mit Celina verstand ich mich besser, wir gingen oft die Esel besuchen und ein wenig mit ihnen spazieren. Bei Mels Freundin konnte ich ein wenig im Netz an meiner Internetseite arbeiten, aber da ich Probleme habe beim Fotos hochladen, konnte ich nicht so viel erledigen in den wenigen Stunden, die mir Sarah gab.

Der Sonntag kam und ich war bereit zu gehen. Ich packte, säuberte alles, so dass es am morgigen Tag früh losgehen konnte. Irgendwie war ich erleichtert wieder weiter zu gehen, die ganze Situation mit Curly, Jonas, Peter und Werner hatte mich ganz schön geschafft und die anderen im Gegensatz sicherlich auch. Ich fing an, an mir zu zweifeln und fühlte mich als schlechter Mensch. Hätte ich nur auf mein Gefühl gehört und wäre mit Jonas am Mittwoch los, so hätte sich die Situation mit Werner und Curly nicht so zugespitzt. Ich konnte meine eigene und auch Curly's Negativität nicht mehr ertragen, was mich ruhelos und schnell reizbar stimmte. Ich glaube, Curly ging es ganz genauso. Wir können wohl nicht lange aufeinander hocken. Jeder von uns braucht seinen Freiraum, um seine individuellen Befindlichkeiten im stillen und Alleingang auszuleben. Wenn wir uns mal sehen ist es ok und wir erfreuen uns aneinander, doch sind wir beide Einzelgänger und an diese Art des Lebens so gewöhnt, das keiner so recht mehr auf den anderen eingehen kann. Also ein Stück weit natürlich schon, sonst wären wir wohl kaum befreundet, aber eine gewisse Distanz ist dann immer mal wieder wichtig, hatte ich so bemerkt. Sie würde das alles sicherlich anders beschreiben ...
Bei Werner ging es zum Ende hin wieder, nach gewisser Bedenkzeit hatte er es wohl verstanden, was ich meinte und muffelte mich nicht mehr an. Dankeschön.

Dienstag, 20. Mai 2008

02. Juni 2007: Liebert Wolkwitz – Leipzig / Stötteritz
















Zum späten Vormittag krochen wir aus dem Zelt, es war nicht zu warm und nicht zu kalt. Wir frühstückten ausgiebig und lecker und schwelgten noch ein wenig in der Zeit die uns verblieb und viel zu schnell verrann. Irgendwann musste ich los. Werner und Curly warteten ja auf mich. Peter bot sich an Curly zu holen, während ich das Lager abbaue. So geschah es. Ich war fast fertig als sie kamen. Oh, ich freute mich sehr sie zu sehen. Lange war es her, dass wir uns das letzte mal sahen. Ihre Freude war eher verhalten, was mich stutzig machte, aber nicht weiter beschäftigte, da ich meine nicht trüben wollte.

Ihre Hündin Mira war läufig und so hingen Sultan und sie letztendlich zusammen, woraufhin wir mit dem Start warten mussten. Curly sammelte derweil Kräuter, da in ihrem Stadtteil so wenig wächst. Dann kam der Abschied von Peter. Curly läuft gern Barfuß, so gedachte ich dies auch zu tun, was sich aber als Fehler herausstellte, denn die Wege waren viel mit Splitt bestreut. Das kitzelte leider nicht nur, sondern Schmerzte auch. Die Yogis hätten da wohl keine Probleme und es ist tatsächlich so, dass man dem Schmerz nicht zuviel Aufmerksamkeit schenken sollte. Wir wollten eine Abkürzung gehen und wie das so ist mit Abkürzungen, sind entweder länger oder sehr strapaziös. Wir kamen in den Geschmack der strapaziösen Variante. Wir kletterten einen Bahndamm hinauf, mit den Eseln, wo gerade ein Zug ein fuhr und uns an hupte. Was wohl der Schaffner gedacht haben muss? Curly erklärte mir, dass wir jetzt 30 min freien Lauf hätten bis der nächste Zug kommen würde. Das ist zu schaffen. Ok, ganz sicher war mir das nicht, aber sie weiß ja besser Bescheid, als ich hier in Leipzig.

Jugendliche trauten ihren Augen nicht. Als sie uns mit den Eseln am Bahndamm entlang gehen sahen. Die gedachte Abkürzung funktionierte nicht, wie es auf der Karte eingezeichnet war, was Abkürzungen so meist an sich haben. Wir liefen den recht steilen Abhang wieder hinunter in ein Weizenfeld. Sasis Gepäck fiel dabei erstmalig runter. Ich machte es notdürftig fest. Im Feld gab es Disteln und Steine. Einer der Esel trat mir auch mal auf meine Füße, ansonsten war es sehr lustig durch Weizenfeld zu gehen. Dort fiel mir auf das ein Schuh von Curly fehlte, welcher an Sasi's Sattel befestigt war. Sogleich fanden wir ihn nicht, also mit nur einem Schuh Barfuß weiter durchs Feld. Auf Weizen folgte ein junges Maisfeld, was eine richtige Erholung für die Füße war. Dann über eine Wiese, wo Curly nochmals Kräuter sammelte. Im folgenden Schritt mussten wir leider herausfinden, dass die Abkürzung tatsächlich nicht möglich war, da überhaupt kein Weg an den Bahnschienen entlang führte. So mussten wir den Weg über die Straßen der Stadt nehmen. Es war allerdings das Randgebiet von Leipzig. Mit den Eseln und den schmerzenden Füßen waren wir eben sehr langsam...

Die Hunde paarten sich auch noch einmal unterwegs, so dass wir eine Zwangspause einlegen mussten. Sasis Sattel fiel noch einmal. Und nach ca. 3,5 Stunden waren wir in Stötteritz. Es waren immerhin ca. 8km. Werner freute sich herzlich über unser Ankommen. Doch erschrak ich ein wenig über seinen Wohnplatz, der voller Kram und Müll war. Ein Messi sagt man im Volksmund. Zudem roch es sehr unangenehm, da auch Essensreste herumlagen. Sein Platz war inmitten einer Kleingartensparte. Curly hatte ihn dadurch kennengelernt und gefragt, ob die Esel bei den Schafen unter kommen könnten, während ich hier bin.

Werner hatte einen Platz für mein Gepäck. Einen alten DDR Campingwagen, wogegen ich absolut nichts einzuwenden habe, aber der Geruch und der Schimmel waren abschreckend. Er bot mir doch tatsächlich an darin zu schlafen. Ich verneinte, da ich ja bei Curly zu Besuch war. Ich war mir nicht sicher mein Gepäck da zu lassen, da es sicher stinken würde, wenn ich es wieder hole. Warum ich es dort drin gelassen habe, weiß ich nicht mehr. Wahrscheinlich war ich in diesem Moment zu abgelenkt und wollte nicht unhöflich sein. Wie sagt man das jemanden, dass es bei ihm stinkt? Wahrscheinlich einfach so wie es ist. Dennoch wird sich der – oder diejenige beleidigt vorkommen. Ich hatte später noch Räumlichkeiten kennengelernt in denen es nicht so arg roch.

Sein Gartennachbar half uns tüchtig beim Verstauen meines Gepäcks. Dieser holte uns sogar noch etwas zu essen vom Chinesen, dann gab es frisches, kühles Bier von Werner, was runter lief wie Öl nach diesem anstrengenden Weg. Wir schwatzten mit den Männern, die zu viel Schnaps tranken. Dementsprechend waren die Gespräche. So verzogen wir uns zu Curly. Die Esel kamen zu den zwei Schafen auf die Weide. Werner hatte Heu besorgt und sogar einen großen Sack voll Hafer. Viel zu viel für die Esel. Er wollte nur was Gutes tun, doch reell war das nicht. Bei Curly wurde es dann gemütlich. Wir tauchten unsere Füße in Schüsseln voll mit warmen Wasser, die Füße jubelten bei diesem Genuss. Wir redeten bis in die Nacht hinein, wobei Curly natürlich am meisten redete und ich zuhörte. Ein Brief war für mich angekommen, von der jungen Liebe. Diesen las ich im Bett, und schlief mit seinen zarten Worten wohl erst gegen 4 Uhr morgens erschöpft ein. Er hatte mir eine Landkarte beigefügt, die den Weg von Leipzig nach Eisenhüttenstadt und Berlin beschrieb, da ich ihn besuchen wollte. Außerdem gab er mir die Internetadresse von Eseltrekkingverein und hatte sich schon erkundigt. www.eseltrekking.de falls es jemand interessiert. Ich war begeistert über sein Engagement und seinen Brief.

Sonntag, 18. Mai 2008

01. Juni 07: Oelzschau – Oberholz (Wald) – Großpösna - Liebert Wolkwitz













Besonders gut hatte ich nicht geschlafen, doch wenigstens ohne Probleme. Als wir weiter liefen trafen wir einige freundliche Leute im Ort. Außer einer meckerte, als Sasi auf den Gehweg geschissen hatte. Ich machte es weg und ging nochmal in den Dorfkonsum, weil ich unbedingt was süßes wollte. Kuchen gab es keinen mehr. Auf dem Dorf sind Brötchen und Kuchen schon recht zeitig weggekauft. Die Konsumverkäuferin war aber so lieb und schenkte mir ihren selbst gebackenen Kuchen und wäre am liebsten mitgekommen, wenn sie nicht hier arbeiten müsste.

Am Dorfende wurde gerade Heu gewendet, ein Storch lief immer hinterher, wahrscheinlich auf der Suche nach was freßbarem. Sah lustig aus. Er störte sich nicht an der Heuwendemaschine und ging ihr stets geschickt aus dem Weg. - Vorbei an einer Pferdekoppel, wo sich die Pferde genüsslich auf der Erde wälzten. - Dann wollte ich weiter nach Strömthal an der Straße entlang, lief an einem Reitweg vorbei, welcher durch den Wald nach Großpösna führte. Ich kehrte wieder um, denn wieso soll ich mich wieder so stressen an der Straße, wenn es einen Weg durch den Wald gibt. Sasi streikte nämlich auch schon wieder. Im Wald ging es dann wieder besser. Hier duftete es nach frischer Kamille, die am Feldrand wuchs. Lecker. Im Wald machte ich eine Pause, weil es einfach notwendig war, denn Sasi fing wieder an zu streiken. Doch hier gab s nicht viel zu futtern, so ließ ich sie lose, jedoch an einander gebunden, nach Futter suchen. Zunächst wollten sie mein Futter klauen und dann wollten sie einfach weitergehen, was ich nun nicht so toll fand. Also holte ich sie wieder zurück, bepackte sie wieder und lief weiter. Weit kam ich nicht, denn ein Forstfahrzeug hielt an. Ich befürchtete Ärger zu bekommen, da dies kein Reitweg mehr war. Doch es kam anders. Zwei junge Forststudenten stiegen aus, gaben Sultan eine Leckerei und sprachen mich an.



Der junge Mann hatte mich in Marienberg schon mal gesehen, als er am Teich in seiner Heimat angelte. Sultan sprang auch in diesen Teich, um sich zu erfrischen und was zu trinken. Ich kann mich an den Angler erinnern. Was für ein Zufall, wir freuten uns sehr darüber. Wir unterhielten uns, er kannte auch den Pferdehof Händel in Pobershau, wo ich eine Nacht schlief und den Eselbesitzer, dessen Hengst meine Esel so sehr jagte und sich am Ende Sasi nahm. So schwatzten wir eine Weile. Er erklärte mir den Weg nach Liebert Wolkwitz und dann gings weiter. Das Oberholz war schön, recht jung, aber sehr lehrreich mit Beschreibungen der Fauna und des Tierreichs hier im Wald. Gestaltet von den Forststudenten der Uni Leipzig.

Der Weg führte uns durch Großpösna, wo ich einen Mann nach dem Weg zu Liebert Wolkwitz fragte. Er erklärten mir einen ruhigeren Weg und lud mich dann ein kurz reinzukommen, damit die Tiere und ich was trinken können. Auch hier schwatzten wir ein wenig, er suchte einen Stadtplan und erfreute sich an den Tieren und uns helfen zu können. Ich erfreute mich auch daran. Ich bat ihn mich waschen zu dürfen und durfte sogar gleich duschen, wie belebend es doch ist, wenn man sich den Schweiß richtig runter waschen kann vom Körper und Kopf.

Mit Stadtplan und Beschreibung liefen wir heiter weiter, kamen dabei am Pösnacenter vorbei, wo wir neugierig beguckt wurden. Am Mc Donald wurde Ponyreiten veranstaltet, seltsames Bild so im Gewerbepark. Ich entschloss mich beim Bäcker frisches Brot zu holen, leinte die Esel an und als ich wieder raus kam stand eine kleine Menschentraube um die Eselchen herum. Eine Frau hatte sogar Äpfel und Möhren für die Esel gekauft. Sie kam aus Wismar und derzeit wollte ich noch an die Ostsee, dachte es ist schon leicht zu schaffen. So bot sie mir an, wenn ich da bin bei ihnen zu nächtigen. Tolles Angebot. Ich schrieb mir ihre Adresse auf und dann wars für mich geritzt. Sie spendeten mir noch 10 €. Vielen Dank. Des weiteren beantwortete ich noch ein paar Fragen und weiter ging es über eine Autobahnbrücke nach Liebert Wolkwitz. Dabei verlor ich leider die Äpfel und Möhren der Esel, was ich zu spät feststellte, um nochmal suchen zu gehen. Wirklich schade für die Eselchen.



Ich kam in eine Neubausiedlung aus Einfamilienhäusern bestehend. Da fand sich kein so rechter Platz für uns. Die Wiese vor den Häusern war zu hoch, um darin zu lagern. Dann sah ich einen kleinen Hügel, der bewachsen war mit Gras und Kräutern, aber nicht so hoch. Ging gucken, ob es da eine Möglichkeit gebe, die Esel anzubinden. Die gab es in Form einer Bank. Ich trieb die Esel nach oben, weil sie das nicht so recht einsahen, jetzt noch einen kleinen Berg zu besteigen. Oben angekommen, war ich sehr erfreut über diesen Platz, denn wir waren etwas außer Sichtweite der Häuser und hatten viel Aussicht. Ich klingelte Peter an, denn er wollte heute zu Besuch kommen, da er in der Nähe was zu tun hatte. Er war schon fast da. Ich baute schnell das Lager auf, doch ich war noch nicht ganz fertig als er sich anschlich. Sultan sagte erst was, als ich ihn bemerkt hatte. Super Wachhund! Aber vielleicht, weil er ihn kennt. Ich hoffe es einfach mal.



Wir freuten uns sehr uns zu sehen. Irgendwie wuchsen wir zwei immer mehr zusammen. Er brachte mir einen wunderschönen Kräuterblumenstrauß aus dem Erzgebirge mit, leckere Kräuterbutter mit Bärwurz, Bärlauch und Brunnenkresse. Ich hatte im Oberholz auch etwas Bärlauch gesammelt. Er war allerdings nicht mehr der frischste. Seine Zeit war einfach schon vorüber. Ich baute zu Ende und dann genossen wir ein leckeres Abendmahl in der rot untergehenden Sonne. Der Vollmond stand nun über uns, Goldorange. Was für ein schönes Bild. Leider mit meiner Kamera nicht fotografierbar. Nun, wir tranken Wein, von seinen Eltern selbst gemacht, redeten unentwegt und hatten eine schöne Nacht. Als es anfing zu nieseln gingen wir schlafen.

Montag, 12. Mai 2008

31. Mai 2007 : Borna – Eula – Trages – Oelzschau

Ich hatte super in den Bett geschlafen, wusste gar nicht mehr wie schön das ist. Und so wollte ich gar nicht so recht raus. Aber die Sonne schien schön hell auf die Terrasse, so dass sie mich raus lockte. Den Eseln hatte die Nacht auch sehr gut getan. Sie waren frisch und munter, zumal sie mal nicht angeleint schlafen mussten. Ist doch einen ganz andere Freiheit für sie. So dann alles aufräumen, packen, putzen, satteln. Ich war nicht gleich soweit zum losgehen, so wollte sich Sasi mit vollen Gepäck nochmal wälzen, was ich gerade so noch verhindern konnte.



Vor dem Gelände waren Bauarbeiten im Gange, die Arbeiter schauten immer neugierig über die Brüstung und rissen dumme Sprüche. Irgendwie können Bauarbeiter nicht anders, habe ich so das Gefühl, wobei ich jetzt nicht alle unter einen Hut kehren möchte. Doch der Großteil kann es einfach nicht lassen. Überhaupt wird in Borna viel gebaut, wie die große Hauptstraße zum Beispiel an der ich auch lang musste, um nach Eula zu gelangen. Ich gedachte dort vielleicht ein paar Eulen zu sehen, aber nichts war. Sie sind ja auch meist Nachts unterwegs, da sieht man sie aber selten, da sie so leise sind.



Kurz vor Eula traf ich einen Fahrradfahrer, der mit seinem Drahtesel gern größeren Touren machten. Wir schwatzten kurz, bis der Bus kam und vorbei wollte. Ich fand einen schönen schattigen grünen Platz zum rasten mit Teich, an dem wir uns zum Mittag niederließen.



Eine Frau, hinter dem Teich, hatte Angst, dass Sultan zu ihr kommen könnte und motzte ein wenig rum, doch ich konnte sie beruhigen. Sultan nutzt die Pausen lieber zum ruhen und nicht um stiften zu gehen. Danach weiter, wo ich wieder Probleme hatte die Esel über die kleine Brücke zu bekommen und dann doch den Umweg gehen musste, weil es vorn an der Schnellstraße eine größere Brücke gab, die sie nun auch bewältigten.

Eula ist ein niedliches Dörfchen mit netten Menschen.



Von da aus ging es über einen Feldweg in ein anderes Dorf, dessen Namen ich nicht aufgeschrieben und somit vergessen habe. Und so ging es jetzt wieder nur an der Straße entlang, was mich etwas aufrieb, da die Esel nicht ordentlich hintereinander laufen wollten. Es war zwar eine Dorfstraße, dennoch gut befahren. Im nächsten Dorf wollte ich Nachtlager aufschlagen. Das war Trages. Doch in Trages waren die Menschen uns gegenüber nicht so offen und an diesem Tage kein bisschen Gastfreundschaftlich. So was darf ich auch in keinster Weise erwarten. Irgendwie hatte ich es aber, denn ich war enttäuscht. Nun ja, Enttäuschungen bringen letztendlich Klarheit.





In dem Dorf wurde an heut Polterabend gefeiert und da macht sich das gesamte Dorf auf um mitzufeiern. Ist doch auch toll. So ein Zusammenhalt. Also Ausnahmezustand im Dorf Trages. Sie schickten uns weiter ins 3km entfernte Oelzschau. Wieder an der Straße entlang. Wir hatten alle keine Lust mehr, doch wir hielten durch. Dabei kam ich wieder durch ein kleines Dorf, was ich süß fand. Warum ich nicht dort geblieben bin für die Nacht, weiß ich nicht mehr. Oelzschau war größer, hatte auch eine LPG deren Geruch mir am Eingang entgegen strömte. Ja, da stehen die Milchkühe den ganzen Tag in ihrer Box, werden gefüttert und dreimal am Tag gemolken, damit wir immer frische Milch auf dem Tisch stehen haben. Die Fleischrinder leben anders, zunächst auf Wiesen und dann werden sie in einen LKW verladen, der sie eventuell in ein anders Land bringt oder sie werden in der Nähe in die Schlacht – und Mordfabrik gebracht. Und es wird soviel hergestellt, dass wir das alles gar nicht essen können, somit wird es einfach wieder weggeschmissen, im günstigsten falle wird Hundefutter daraus gemacht ...



Ich traf zwei junge Männer, die an einem Auto schraubten und sie fragte ich nach Wasser und einem Schlafplatz. Der eine war nett, brachte mir Wasser, erklärte mir den Weg und dass es auch nur noch 10 km bis Leipzig sind. Das fand ich toll und entspannte mich. Der andere war nicht so nett, eher mürrisch. Vielleicht hatte er eine faschistische Einstellung. Er wirkte so, ließ mich aber in Frieden.



Hier gab es zwei Seen oder auch Teiche, viel Wasser, grün und natürlich Frösche. Ich baute unser Lager auf eine Kräuterwiese vor ein Einfamilienhaus, ich war noch immer ängstlich, da fühlte ich mich sicherer, obwohl man das auch nie weiß, ob sie einen in der Not helfen oder gar selbst böses wollen. Ich fragte die Leute, ob es für diese Nacht ok wäre, sie bejahten, also baute ich los.



Ein Stück der Wiese wurde schon gemäht, trotzdem war sie noch hoch. Da lebt viel Kleingeier drin, auch die Nacktschnecken, welche immer am Zelt hoch kriechen, ihre schleimige Spur und ihren Kot an meiner Zeltwand hinterlassen. Nicht besonders nett von ihnen. Ich kacke ihnen ja auch nicht aufs Haus. Sie haben auch gar kein Haus, worauf man kacken könnte. Und wenn, wäre es ziemlich fatal für sie, denn da wären sie begraben. Solch einen Schaden stellen sie bei mir nicht an, also sei ihnen verziehen. Ich habe sie immer vom Zelt runter geschnipst, doch sie werden sich nicht müde, es immer wieder zu versuchen nach oben zu gelangen. Was für ein eiserner Willen. So müssen gute Bergkletterer sein, auch wenn sie fallen, dies überleben, es einfach noch einmal zu versuchen. Irgendwie auch faszinierend so eine Nacktschnecke. In manchen Gegenden sind sie sogar getigert. Kommen vielleicht von weit her.



Es gibt auch getigerte oder anders bemusterte Zecken, die ich vorher noch nie gesehen hatte. Vor allem im Brandenburger Raum, den ich erst später besuchte. Zur Zeit war ich noch in Oelzschau, holte Wasser für die Tiere, erfreute mich an den Kräutern der Wiese, der untergehenden Sonne, dem aufgehenden schwer am Horizont hängenden orangefarbenen Mond. Dazu spielte eine Nachtigall ihre lieblichen Lieder, die mich immer wieder in magische Verzückung versetzen. Herrlich.

Mittwoch, 7. Mai 2008

Neuigkeiten

Hallo liebe Freunde,

ich bin am 5. Mai 2008 wieder erneut auf Wanderschaft gegangen.
Wie ihr schon sehen konntet, gibt es wieder ein paar neue Fotos und Geschichten von mir vom letzten Jahr.

Ich werde nach und nach in den nächsten Wochen die versprochenen Texte zu den vorigen Blog-Einträgen hinzufügen. Es lohnt sich also, wieder mal die alten Bilder anzuschauen und zu lesen.
(Aus technisch/organisatorischen Gründen, habe ich von hinten begonnen, die Texte einzufügen, quasi von Ende Mai 2007)

Ich werde wieder neue Fotos von diesem Jahr und auch "neue" vom letzten Jahr auf dieser Seite veröffentlichen.

Carpe diem und gute Reise, eure Wandereule

30. Mai: Phänitz – Fockendorf – Thräna – Borna


Eines meiner Lieblingsfots


Der volle Mond am Nachthimmel





Ich bin auch zeitig aufgestanden, alles übliche erledigt, nach dem Frühstück gepackt, geputzt, sauber gemachte, gesattelte und los ging es wieder auf Tour. Das Wetter hatte sich tatsächlich gebessert und so trockneten die Esel auch schnell. Wir liefen durch Fockendorf bis Thräna, dort verlief ich mich und hatte keiner Beschreibung der Dorfbewohner mehr folgen können.

So rastete ich erstmal und hörte ein Geräusch was ich schon sehr lange nicht mehr gehört hatte. Storchgeklapper. Da war ein Nest mit einem Storchpaar. Das erfreute mich. Ich fragte zwei Damen, die mit ihren Hunden spazieren gingen nach dem Weg zu Borna und lief durch Pappelwälder, vorbei an massig Sanddornbüschen und blauen Blumen. Hier gab es auch Teiche und Frösche. Schönes Stück Natur, welches leider durch Windräder etwas verschandelt wurde.
Dann kamen Felder mit Wegen, was ja heutzutage eine Seltenheit ist, da fast alle Feldwege nach der Wende weg geackert wurden, wie mir die ländlichen Bauern erzählten.

Und schon sah ich Borna in der Ferne. Wir musste ein Stück auf dem Fahrradweg eines Bundesstraße laufen. Es war Feierabendverkehr oder so, jedenfalls war mächtig viel los auf der Straße.

Am Eingang von Borna kolletierte Sasis Gepäcktasche mit einem Drahtesel. Ist nichts weiter passiert und so kam ins Gespräch mit dem Besitzer, einen Mann mittleren Alters. Ich fragte ihn nach den Weg durch Borna nach Eula. Er bot sich an uns ein Stück durch Borna zu führen, denn eigentlich war er auf dem Weg zum Baggersee.

Die Esel erregten etwas Aufsehen im Wohngebiet und Borna. An einer Brücke, über die Wyrha, hatten wir das Problem, dass die Esel nicht drüber laufen wollten. Um keinen Preis der Welt. Wir mussten aber auf die andere Seite. Es gab keine andere Möglichkeit. Und wie es der Zufall so will bot eine Frau an mit zu helfen, die selbst Pferdebesitzerin ist und gerade mit ihren Hund Deppi unterwegs war. Zwei zogen vorn an Miniela und ich schob von hinten an, dabei blockierten wir einen Weile die gut besuchte Brücke. Das Bild war sicherlich zum schießen, doch keiner dachte daran zu fotografieren. Was für eine Aktion, aber letztendlich gelang uns die Sache und hatten alle Esel auf der anderen Seiten der Wyrha. Der gute Mann verabschiedete sich und drückte der Frau die Zügel in die Hand, welche uns weiterführen sollte.

Sie heißt Elke und ist eine junge hübsche Frau. Sie meinte, es wären noch ca. zweieinhalb Stunden bis Eula zu laufen und da es schon 17.30 Uhr war, musste ich einsehen , dass es heut nicht mehr zu schaffen war, denn wir hatten auch schon 8km hinter uns und brauchten erstmal eine Pause. Sie schlug mir vor auf einer ihrer Weiden zu nächtigen, doch eigentlich sind diese viel zu nass für Zeltlager und Eselhufe. Wir kamen an ihren und ihrer Freundin's, Bianca, Pferden vorbei. Ich hatte die Befürchtung, dass sie vielleicht ausbrechen, denn schon zweimal hatte ich dies erlebt, aber alles ging gut. Sie liefen nur aufgeregt umher.

Elke hatte eine Idee. Ich solle erstmal auf ihre Weide warten und sie würde derweil Bianca fragen, ob wir alle in ihren Pferdegrundstück übernachten könnten. Ich wartete, schoss ein paar Fotos, wobei eines meiner Lieblingsbilder entstanden ist. Das mit dem Gepäck von Minielas Sattel und der kleinen weißen Wolke am Himmel. Es war ein schöner sonniger und warmer Abend. Sie kam gleich zurück und hieß uns willkommen in Bianca's wunderschönen Reich für Pferde und Menschen.

Wow, das hätte ich nicht gedacht, dass ich heute so geschützt schlafen könnte, da es ein ummäuerte Gelände war. Es gab genug Weidefläche, einen überdachten Offenstall mit frischen Stroh, Heu, Wasser und Salzleckstein. Gleich dahinter gab es ein süßes Häuschen mit Terrasse und einem Doppelstockbett. Strom und fließend Wasser gab es nicht, dafür große Wassertanks mit Regenwasser.

Bianca kam mit ihren zwei Kindern, um uns zu begrüßen. Beide Frauen waren sehr freundlich, offen und herzlich. Bianca ging nochmal fix nach Hause, um Essen zu holen für das Abendbrot. Die Esel erfreuten sich daran mal wieder ohne Leine sein zu können, wälzten sich vergnügt, rannten, tranken und fraßen. Die Kinder erfreuten sich an ihnen.

Zum Abendessen gab es viel zu erzählen. Zum einen fragten sie mich aus und dann ich sie. Sie selbst machen auch ab und zu einen Wanderritt. Ich freute mich richtig sehr über sie, die Gespräche und die Übernachtungsmöglichkeit.

In der Dämmerung verließen sie uns. Sie erklärten mir den Weg nach Eula und wie ich am nächsten Tag das Gelände zu verschließen hatte. Nun war ich wieder all-ein. Die volle Mondin thronte am Himmel, es war lau und ich schrieb bei Kerzenlicht Tagebuch. Telefonierte mit meiner Mutter und Werner, die sich beide um mich sorgten und jetzt entspannter wurden. Ich schlief himmlisch in der Nacht im Bett mit Decke. Ganz anderes Gefühl, als im Schlafsack. Viel freier, obwohl mein Schlafsack schon recht weit ist, so dass ich meine Beine anwinkeln kann. Sehr entspannter Abend.

29. Mai : Phänitz (Zeltplatz)









Die Nacht regnete es bis in den Morgen hinein, so stand ich erst 8.30 Uhr auf. Ich erledigte die übliche Dinge und gerade als ich zusammenpacken wollte kam Peter Hennig, der Mann mit dem Fuhrunternehmen, welcher mich auf der Straße nach Phana ansprach. Wir plauderten lange über Tiere, das Reisen und das Geschäft. Ich fragte ihn, ob er uns denn mit nach Leipzig nehmen könnte, da er in Halle mit seinen Tieren an einem Theaterstück teilnahm.

Das war zu aufwendig und dann kam es mir in den Sinn, wie albern es von mir war, weil ich ja auszog um zu wandern und einige Ängste zu minimieren oder auch ganz los zu werden. War schon gut so. Wenn es wirklich notwendig gewesen wäre, hätte es sich schon was dazu ergeben.

Ecki, kam auch nochmal rum, um nach den rechten zu sehen. Er staunte, dass ich noch da war, aber ließ mir die Zeit die ich brauchte. Danke.

Als wir so plauderten fing es erneut an mit regnen. Oh je, außerdem war es schon Mittag. Für Mittwoch hatten sie Wetterverbesserung gemeldet. „Ok“, dachte ich, „machste heute noch einen ruhigen, schläfst und schreibst ein wenig.“ Das tat ich, denn ich war allein, keiner mehr da, der mich ablenken könnte. Nach so viel Erlebnissen war ein Ruhetag doch irgendwie nötig, um Kraft und Ruhe zu tanken.

Während des Regens schlief ich, die Esel hatten ihren Regenmäntel an und danach ging ich zum Bäcker nach Fockendorf, durch welches ich am Folgetag laufen würde.

Das war der beste Bäcker, denn ich unterwegs kennengelernt habe. Es schmeckte alles nach selbst gemacht, locker, das Brot herzhaft mit guten Sauerteig und der Kuchen saftig und nicht zu süß. Dieses Geschmackserlebnis sich im nach hinein schlecht beschreiben, doch eines kann ich sagen, dass die Stadtbäckereien, dass nicht drauf haben, bei den heutigen Zeiten der fertigen Backmischungen und der Art des Laserbackens, so ohne Ofen.

Es war eine schöner Spaziergang nach Fockendorf, ein Stück durch den Wald, wobei ich Miniela mal sich austoben ließ, denn das braucht sie ab und zu mal.

Zurück im Zelt fing es wieder an mit regnen. Das gesamte nasse Zeug konnte ich im Waschhaus auf der Heizung trocknen. Des späten abend regnete es noch einmal. War also gut, dass ich noch einen Tag ausharrte und das nette Gespräch mit mit Peter Hennig hatte. Zeitig schlief ich und wachte dementsprechend zeitig auf.