Mittwoch, 6. Juni 2007

21. Mai - Rußdorf - Bräunsdorf - Kaufungen - Wolkenburg


Miniela


Schlafwiese in Wolkenburg am Waldrand












Sassi ist aber auch schön, wah?


Sassi


Sassi


Miniela


Ein furchtbar heißer Tag, wir mussten zweimal nachmittags pausieren. Das war hart.


Esel holen sich Energie.



So warm war das. Kurz vor Wolkenburg.


Wiese in Wolkenburg.


Abendstimmung in Wolkenburg


Wieder mal ein schöner klarer Morgen. Wir haben alle gut geschlafen. Brunos Frau und er luden mich zum Frühstück ein, was sehr lecker war. Zuvor bekam ich die Gelegenheit zu duschen. Es sollte ein heißer Tag werden hieß es am Frühstücktisch. Danach wieder packen usw., Bruno gab mir noch etwas Heu für die Esel mit, ich bedankte mich für alles und seine Mutter begleitete mich dann mit zum Bäcker. !0 Uhr war alles schon ausverkauft. Wahnsinn. Doch einige Leute vom Dorf, die sich um uns versammelten, spendeten mir etwas Geld, Brot, Äpfel und Wurst. Einfach so. Toll, Dankeschön.

Mit der super Wegbeschreibung zog ich weiter ins nächstes Dorf. In Rußdorf waren die Menschen offen und freundlich. In Bräunsdorf fühlte es sich schon wieder anders an. Selbst die Eselbesitzer waren zugeknöpft, ihr Esel hatte ziemlich lange Hufe, fast schon gebogene. Es war Mittag und tatsächlich heiß geworden, so pausierten wir im Schatten auf einer Wiese, die leider schon recht abrasiert war. Die Esel fanden trotzdem was. Ich hatte die Befürchtung, dass der Bauer, dem die Wiese gehörte, uns wegjagen würde. Es geschah nichts. Wir wurden in Ruhe gelassen.

Nach zwei Stunden Rast ging es weiter, aber nicht heiter, denn die Esel wollten nicht so recht. Der Feldweg war schottrig, was nicht zu gut für ihre Hufe ist, die Sonne brannte und sie waren noch hungrig. Schwieriges Unterfangen, welches auch mich viel Kraft kostete. Als wir nach Kaufungen abbogen kam ein Teerweg, ich war erleichtert, weil ich dachte jetzt ist es besser für die Hufe. Pustekuchen! Der Teer war weich geworden durch die Hitze. Somit haben wir unsere Spuren auf dem Weg hinterlassen. Ich dachte auch, dass der Teer an den Hufen wohl nicht so günstig ist. An meinen Schuhen war es mir recht egal. Zum Glück hatte mir meine liebe Tante ihre Wandersandalen geschenkt, so musste ich nicht in den Wanderschuhen laufen, in denen ich zweifellos geschwitzt hätte. Meine liebe Schwester riet mir dazu die Sandalen da zu lassen, sie wohl nicht wie das ist, wenn man in der Hitze laufen muss.

Unser Wasser war auch alle, was mich irgendwie doch beunruhigte. Ich lief oberhalb von Kaufungen entlang und kam am Ende bei einem Reit – und Turnierhof raus. Die Pferde in der Koppel regten sich richtig sehr auf, wurden panisch. So große Pferde haben Angst vor uns kleinen. Ein Mann sprach uns an und fragte, ob wir nicht Durst hätten. Oh ja, das hatten wir. Er nahm uns mit in seinen Vorgarten und gab uns Wasser. Wir tranken alle viel und ich spülte gleich meinen Kopf unter der Pumpe aus. Der Mann bot mir an zu bleiben, bei der Hitze geht das doch nicht. So unrecht hatte er auch nicht, doch hatte ich nicht das gute Gefühl zu bleiben, ich füllte Wasser auf und ging dankbar weiter.

Wieder regten sich die Pferde auf, und hopp sprang ein Pferd mit Leichtigkeit über den über 2m hohen Zaun. Wahnsinn. Ich war natürlich total durcheinander. So ein Mist, ich rief um Hilfe. Das Pferd rannte geradewegs in seinen Hof, zum Glück. Das andere Pferd ließ sich wegführen.
Der Besitzer war nicht sehr glücklich darüber und meckerte erst ein wenig rum, ließ uns dann aber in Frieden weiterziehen.

Jetzt ging es eine kleine Straße nach Wolkenburg, nur noch 2km, doch die Hitze war so anstrengend und die Esel unwillig, das ich mich an einer Wiese im Schattenschutz eines Busches , am Rande der Straße niederließ, um erst am späten Nachmittag weiter zu gehen. Hier war ein Teil der Wiese frisch abgesenst wurden, was sie auch gern mal fraßen. Doch als der Bauer kam, um sein Heu einzufahren, klärte er mich auf, das frisches Heu regelrecht gefährlich ist und die Tiere daran sterben können, da es sich chemisch verändert und Gase ausstößt, die zu richtig schlimmen Blähungen führen und die zu Kolik führt und diese wiederum zum Tod. Juhu, aber zum Glück rechtzeitig erfahren. Es muss mindestens sechs Wochen liegen, bis es sich ausreagiert hat. Wieder was dazu gelernt.

Der Bauer ließ uns in Frieden ausruhen. Etwas später kam seine Frau, die alte Erna. Sie setzte sich zu mir und erzählte mir von sich und ihr Leben. Eine liebenswerte, frech fröhliche Frau, mit einen kleinen Hang zum Alkohol. So ganz Problemlos war ihr Leben nicht gelaufen. Aber bei wem ist das denn schon so. Keiner in ihrer Familie nahm sie noch ernst ... schade, denn ich fand sie irgendwie total cool, wie sie im Schneidersitz unten auf dem Boden saß, mein Angebot mit auf die Decke zu kommen ausschlug, schwatzte und kicherte, wie ein kleines Mädchen.

Sie dann wurde von ihrer Enkelin abgeholt und nach Hause gebracht, wozu sie etwas Überredungskunst gebrauchen musste. Ich hoffe, dass es ihr gut geht und sie sich mehr befreien kann. Schlimm, wenn man nicht ernst genommen und bevormundet wird, nur weil man nicht so ist, wie es die anderen gern hätten.

Die Sonnenkraft ließ etwas nach, doch viel kühler war es nicht. Ich ging aber weiter, denn die Esel waren ausgeruht und fingen schon an Quatsch zu machen. Die letzte Stunde bis nach Wolkenstein und hindurch waren nochmal richtig anstrengend, denn es ging steil bergauf. Ein Stück an der B – Straße entlang und dann hoch Richtung Burg. An der Kirche ließ ich mir den Weg zum Wanderweg im Wald erklären, lief daran vorbei ... einer rief mir zu, dass es hier nicht nach Tibet gehe und zeigte mir den Weg zum Wald. Endlich Wald, im Schatten der Bäume. Doch ich lief nicht mehr weit, nur ein Stück rein und dann gleich auf die Wiese am Waldrand.

Hier schlug ich mein Lager auf, zog mir erstmal die nassen Klamotten aus und was trockenes an. Jetzt konnte ich die untergehende Sonne mit einem Bier und einer Kippe genießen. Hatte noch nicht mal richtigen Hunger... Ich fotografierte die Eselchen noch ein wenig in der Abendsonne und breitete dann mein Bett auf der Wiese aus. Im Frühjahr freut man sich immer auf die ersten Sonnenstrahlen, auch so zumeist, aber wenn man unterwegs ist, kann sie fast zum „Feind“ werden. Wenn es dann wieder lange regnet, freut man sich wieder über die Sonne, doch sobald sie wieder zuviel Kraft hat, wünscht man sich einen bewölkten Tag, frisch und ohne Regen.

Große Vögel flogen hier entlang mit durchdringenden Lauten, wie ich morgens erfuhr waren es Fischkraniche, die unten am Teich lebten. Dort lebten auch ein Menge Frösche, die lustig die ganze Nacht ihre Lieder sangen. Bei solcher Erschöpfung schliefen wir gut...

20. Mai - Grüna - Pleißa - Limbach - Russdorf


Sasi bekam an diesem Tage einen Kopfschmuck, der auf dem Baum bereithing.


Endstation Russdorf für diesen Tag.


Esel kriegen lecker Heu.


Ich wollte eigentlich nur fragen ob ich Wasser auffüllen kann, bei der guten Familie Landgraf in Russdorf. Wir wurden aber gleich zum Bier eingeladen und die befreundeten Dorfbewohner auch. Das war wirklich schön. Sie kümmerten sich um Schlafplatz beim Bauern Bruno und seiner Familie, gaben was zu Essen und eine kleine Spende.


Für meine liebe Patentante endete die Reise hier, denn es war Sonntag und Montag gehts wiedr normal zur Schicht. Ihre lieben Söhne holten sie ab und die Freundin von Michel war auch dabei, die Maria.


Die Jungs führten uns von Pleißa nach Limbach über Schleichwege.
Die Superbiker oder so ähnlich nannten sie sich.


My aunt and i.

















Die Familie Jahn, im letzten Haus in Grüna, lud uns noch zum Kaffee ein. Erfrischen durften wir uns auch mit einer Dusche, denn es war auch schon wieder ordentlich heiß. Das tat gut. Sie schenkten mir noch Lebensmittel, wovon ich immer noch zehre. Vielen Dank nochmal für eure Hilfe.


Rätsel im Licht?






Rätsel im Licht?


Guten Morgen liebe Tante.




Des einen Graus, des anderen Schmaus!


Frühstück nach etappenweise schlafen. Nie wieder schlaf ich an einer Kreuzung und schöner Aussicht. Stetig kamen Leute vorbei, auch nachts. Ist ja auch romantisch da...

Am Morgen war auch viel los, über Spaziergänger, Roggen und Fahrradfahrer alles dabei. Wir grüßten immer freundlich, die meisten waren auch sehr freundlich, wenige skeptisch. Es war wieder so ein schöner klarer Morgen, dass man keine schlechte Laune haben konnte. Selbst Christine nicht, deren Schlafsack voller Vogellacke war und die schlecht – etappenweise – geschlafen hatte, war gut drauf. Sie ist eigentlich meistens fröhlich, ist halt ihre Natur.

Wir ließen uns die Zeit zum frühstücken und dann hieß es wieder packen. Ich sah einige Misthaufen der Esel nicht mehr, da sie völlig von Fliegen bedeckt waren. Irgendwie eklig und doch faszinierend.

Nach dem packen hielten uns die Leute vom letzten Haus auf und luden uns ein. Sie hatten schon auf uns gewartet. Sie waren sehr freundlich und nüchterner auch viel angenehmer, als am abend zuvor. Die Esel bekamen Gerstenschrot, was wie ich heute weiß, nicht so gut für sie ist, weil es sie viel zu fett macht und sie so was einfach nicht brauchen für ihren Körper. Sultan bekam auch noch lecker Futter und alle Tiere Wasser. Wir bekamen einen schönen Kaffee und ein nettes Gespräch. Am Ende durften wir sogar mal duschen, was sehr wohltuend war, wenn man so durch geschwitzt ist. Da fühlt man sich gleich wie neugeboren.

Sie waren so angetan von meiner Wanderschaft, dass sie mir noch Essen mitgaben, so Zeug vom Militär zur Wasserreinigung, Platonische Getränkepulver, Cappuccino, Büchsensuppen, Nudeln, ... und das alles verpackt in einen hübschen olivfarbenen Teteronbeutel mit weißen Blümchen. War ziemlich viel. Zu guter Letzt schenkte mir die Frau einen Rosenkranz als Glücksbringer und wohl zur Anbetung an die große Mutter. Es war wohl ein besonderes Stück, und wirklich, er ist aus schönem Holz gearbeitet. Dennoch bin ich nicht christlich, auch wenn ich katholisch getauft worden bin. Das einzig Gute daran ist, dass ich eine Patentante habe, die gute und humoristische Christine.

Dann ging es nach Pleißa, dazu mussten wir unter der Autobahn hindurch. Christine fand ein künstliches Blümchenband, in Deutschlandfarben, an einem Baum, wohl noch ein Überbleibsel vom Männertag. Das bekam Sasi um den Kopf und sah jetzt wesentliche farbenfroher aus. Ein Paar fragte, ob wir Aussteigerurlaub machten, was ich nur bejahen konnte. Diese Wort gefiel mir und so wendete ich es häufiger an, wenn Fragen kamen.

In Pleißa mussten wir uns durchfragen nach Limbach und wurden dann von zwei lustigen, frechen Jungs begleitet, die uns eine Abkürzung übers Feld zeigten und uns in die grüne Auenlandschaft führten. Das Erzgebirge lag nun endgültig hinter uns. Das Land wurde flacher und feuchter. Die Pflanzenwelt änderte sich natürlich auch, ebenso die Tierwelt. Oh je, so viele Frösche habe ich noch nie gehört, wie da. Jetzt kam die Auen – und Teichlandschaft.

An einer Wiese im Schatten pausierten wir einige Zeit. Nach Limbach liefen wir nicht rein, sondern überquerten das Naturschutzgebiet bis Rußdorf. Da wollte ich Lager aufschlagen, nur nicht zu spät, weil Christine von ihren Söhnen abgeholt wurde. Zuvor fragte ich an einem Grundstück, ob sie etwas Wasser für uns hätten. Und dann geschah was, was ich nicht für möglich gehalten hätte. Die Leute waren so aufgebracht, dass sie uns einluden und nicht mehr weg ließen.

Sie luden noch einige Nachbarn ein, es wurde Essen aufgetischt und Bier. Die Esel bekamen Heu und Wasser, Sultan kam auch nicht schlecht davon und so saßen wir bis die Jungs kamen bei den Leuten, erzählten, fotografierten und waren fröhlich. Ihr Nachbar, der Bauer Bruno, hatte ein wenig Land und erklärte sich bereit uns für eine Nacht aufzunehmen, worüber ich sehr dankbar war, denn es wurde schon spät und dämmrig. Nico, Michel und seine Freundin Maria fanden uns gleich und brachten Bier und gute Laune mit. Ein schöneren Abschied von meinem Tantchen hätte ich mir gar nicht vorstellen können. Sie war auch recht glücklich mich in sicheren Händen zurück lassen zu können. Dicke Umarmungen und Küsse, dann war sie mit meinen Cousins verschwunden.

Christine genoss die Aufmerksamkeit mehr als ich oder kann einfach besser damit umgehen im Mittelpunkt zu stehen. Ich werde dann meistens unsicher, und so war es auch, als sie weg war. Es wurde ruhiger, ich war auch müde von der Hitze, dem Laufen und vielen Reden. So packten alle Leute mit an und trugen mein Zeug mit rüber zum Bauern Bruno. Herrliche Karawane. Leider gibt es davon kein Foto.

Bruno hatte eine Schafsweide, wo die Esel drauf konnten und ich baute mein Lager davor auf, am Rande der Scheune. Es war eine klare Nacht, so baute ich kein Zelt auf. Später bekam ich noch Besuch von den Nachbarn, die mir ein Wegbeschreibung nach Leipzig ausdruckten, da meine Karte in Grüna zu Ende war. War schön detailliert. Danke nochmal für eure großartige Hilfe und Gastfreundschaft und auch an die Familie Jahn vom frühen Morgen.

19. Mai - Neukirchen - Mittelbach - Hexenberg - Grüna


Die Nacht am Feuer in Grüna übern Hexenberg.






Christine und ich spannen am Feuer halt rum... magic


Zuerst muss man erstmal eine Feuerstelle bauen, Holz sammeln und es zum brennen bringen. War eine schöne Arbeitsteilung mit Christine. Sie sammelte Holz, ich baute und hackte großes klein. Feuer machen nimmt viel Zeit in Anspruch, aber wenn man sie sich nimmt ist es danach wunderbar.


Der doch etwas teure und schicke Folklorehof am Hexenberg.


Christine lud ein zu Kaffee, Kuchen und kühlen Bier im Folklorehof.
Die Hitze machte einen doch ganz schön zu schaffen.


Ja, eben durcheinander. Ich verstehe keine Computer... wieder beim anfeuern am Rande von Grüna.


Die Stollberger Karte endete hier in Grüna.


Unser Schlafplatz am Rande des Waldes und Grüna. Ein herrliche Aussicht von Ost nach West mit klarer Sicht. Sieben Feuerwerke erlebten wir an diesen Abend. Wobei die meisten links (östl.) aus Chemnitz kamen.


Ist sie nicht ein schönes Eselchen?


Mittagspause in der prallen Sonne kurz vor Mittelbach.




Mittagspause in der prallen Sonne kurz vor Mittelbach.


Nach dem Frühstück in Neukirchen. Müssen langsam aufräumen und packen.


Moin, moin...


Noch schlaf ich und Sulle sieht auch noch sehre verpennt aus.


Der Weg kurz vor Mittelbach.


Frühstück in Neukirchen. Ich bin heilfroh, dass meine Tante die Nacht überlebt hat, ohne zu erfrieren.



Fand ich einfach nur verrückt...



Wir haben gut geschlafen, Christine hat nicht gefroren und wir wurden auch nicht mehr erschreckt. Da Samstag war, wurde es in der Sparte recht voll mit den Kleingartenbesitzern. Die Leute an deren Grundstück wir schliefen bekamen Besuch von ihren Kindern und Enkeln. Die Enkel waren recht neugierig auf die Esel, der Papa auch, außer die Mutter war zurückhaltend und skeptisch. Wir frühstückten, ließen derweil vom Wind und der Sonne unsere Schlafsäcke durchlüften, dabei sah es ein wenig nach Zigeunerlager aus, was die Leute wohl auch zu ihrer Skepsis veranlasste. Aber alles hat mal ein Ende, außer die Wurst – wah?! -, und so packten wir und verließen den Ort.

Wir liefen gut, bis kurz vor Mittelbach, dann mussten wir rasten, da es einfach zu heiß war und wir schon gut voran gekommen waren. Wir rasteten mitten auf einer Wiese am Feld, bei einem Dammwildgatter. Eigentlich wollte Christine in der Pause Fotos machen, aber wir wollten dann doch lieber nichts als ruhen. Die Esel wollten auch einmal wieder zurückgehen, weil ich sie ohne anzubinden grasen ließ und sie das ausnutzen wollten. Man kann es ja mal probieren. Doch so ernst haben sie den Fluchtversuch nicht gemeint, sonst wären sie vor mir weg gerannt, als ich ihnen nach bin, um sie wieder zu holen.

Das Dammwild war zwar neugierig, aber letztendlich zu ängstlich, scheu, wie das eben ihre Natur ist. Der Platz war zwar nett, aber wir saßen in der prallen Sonne, was zur Mittagszeit doch ein wenig zu fett war. Auf der Karte sahen wir den Hexenberg und ein Folklorehof, was uns auf alternatives Volk hoffen ließ. Dorthin führte uns der weitere Weg. Vorbei an Einfamilienhäusern, alten Reitplätzen, Wiesen, Felder, über die Bahngleise per Hochbrücke nach Grüna rein. Dort verliefen wir uns ein wenig und kamen am Folklorehof an, der leider ein nobles Restaurant war. Wir hielten trotzdem an, weil Christine gern ein Kaffee trinken wollte. Ich hatte nichts dagegen, die vom Restaurant auch nichts. Also platzten wir uns gemütlich auf die Terrasse, die Esel im Blick, die auf der geschorenen Wiese weideten.

Wir genossen Kaffee,Kuchen und zum krönenden Abschluss noch ein kühles Bierchen. Für den Tag hatten wir dem Hof wohl noch ein paar Gäste beschert. Dann wuschen wir uns noch ein wenig im Bad des Restaurants und wieder ging es weiter, bis zum Ende von Grüna, wo wir von den Bewohnern des letzten Hauses angesprochen wurden. Wir wollten an der Anhöhe am Waldrand schlafen. Sie verrieten uns den Weg und auch gleich noch den weiteren Weg für den morgigen Tag. Als wir oben ankamen bot sich uns ein Wahnsinnsblick der von Ost bis West reichte. Im Osten sahen wir Chemnitz und im Westen ... ich weiß es nicht genau ... auf jeden Fall Dörfer. Wir hielten einfach am Wegesrand, dann kam aber der Mann vom letzten Haus mit seinem Hund und meinte weiter hinten gibt es so einen Rastplatz mit Tisch und so, so zogen wir weiter hinter und trugen das Gepäck selbst. Der Mann war schon leicht angetrunken und strahlte eine stressige Energie aus, die für uns in diesen Moment unangenehm war. Seine Frau holte ihn dann ab und bemerkte die Situation.

Sie luden uns am nächsten Morgen bei ihnen einen Kaffee zu trinken. Wir bedankten uns sehr und freuten uns dann über die Ruhe. Hinter uns war der Totenstein im Busche. Hier endet das Erzgebirge, wir sahen die letzten Berge im Süden und labten uns an dem Anblick. Christine schoss einige Fotos. Dann sammelten wir Holz und Steine, um ein Feuerchen zu machen. Am Feuer wurden auch noch Fotos gemacht, lecker gegessen und lange geschwatzt. Wir hätten schon gerne noch ein Bier getrunken, aber man kann ja nicht alles haben. Die Esel fraßen das Grün vom Feld und machten etwas Chaos bei uns, so dass ich sie erstmal weiter weg von uns anleinen musste.

Wir zählten sieben Feuerwerke an diesen Abend, die verteilt von Ost nach West gingen. Wahnsinn, da war was los unten im Tal. Die meisten waren um Chemnitz herum.

Unser Bett schlugen wir unterhalb des Weges auf, direkt unter einer alten Eiche. Als wir im Bett lagen mussten wir feststellen, dass eine Wegkreuzung und so ein schöner Platz doch sehr besucht ist und sich nicht so für Übernachtungen eignet, wenn man wirklich ruhigen Schlaf braucht. Es kamen noch Spaziergänger, dann kam ein Auto hochgefahren, welches wieder ein Stück runter fuhr, als es uns erblickte. Wir nehmen an, dass es ein Liebespärchen war, welches ebenso die romantische Aussicht genießen wollte. Später kamen zwei Jungs mit Taschenlampen vorbei, die sich nichts aus Sultans Gebell machten und im Busch verschwanden. Das sie wieder kamen, habe ich nicht bemerkt, aber meine Tante, wie sie mir am nächsten Morgen berichtete. Es war ein etappenweiser Schlaf gewesen, aber ohne schlimme Zwischenfälle.