Sonntag, 18. Mai 2008

01. Juni 07: Oelzschau – Oberholz (Wald) – Großpösna - Liebert Wolkwitz













Besonders gut hatte ich nicht geschlafen, doch wenigstens ohne Probleme. Als wir weiter liefen trafen wir einige freundliche Leute im Ort. Außer einer meckerte, als Sasi auf den Gehweg geschissen hatte. Ich machte es weg und ging nochmal in den Dorfkonsum, weil ich unbedingt was süßes wollte. Kuchen gab es keinen mehr. Auf dem Dorf sind Brötchen und Kuchen schon recht zeitig weggekauft. Die Konsumverkäuferin war aber so lieb und schenkte mir ihren selbst gebackenen Kuchen und wäre am liebsten mitgekommen, wenn sie nicht hier arbeiten müsste.

Am Dorfende wurde gerade Heu gewendet, ein Storch lief immer hinterher, wahrscheinlich auf der Suche nach was freßbarem. Sah lustig aus. Er störte sich nicht an der Heuwendemaschine und ging ihr stets geschickt aus dem Weg. - Vorbei an einer Pferdekoppel, wo sich die Pferde genüsslich auf der Erde wälzten. - Dann wollte ich weiter nach Strömthal an der Straße entlang, lief an einem Reitweg vorbei, welcher durch den Wald nach Großpösna führte. Ich kehrte wieder um, denn wieso soll ich mich wieder so stressen an der Straße, wenn es einen Weg durch den Wald gibt. Sasi streikte nämlich auch schon wieder. Im Wald ging es dann wieder besser. Hier duftete es nach frischer Kamille, die am Feldrand wuchs. Lecker. Im Wald machte ich eine Pause, weil es einfach notwendig war, denn Sasi fing wieder an zu streiken. Doch hier gab s nicht viel zu futtern, so ließ ich sie lose, jedoch an einander gebunden, nach Futter suchen. Zunächst wollten sie mein Futter klauen und dann wollten sie einfach weitergehen, was ich nun nicht so toll fand. Also holte ich sie wieder zurück, bepackte sie wieder und lief weiter. Weit kam ich nicht, denn ein Forstfahrzeug hielt an. Ich befürchtete Ärger zu bekommen, da dies kein Reitweg mehr war. Doch es kam anders. Zwei junge Forststudenten stiegen aus, gaben Sultan eine Leckerei und sprachen mich an.



Der junge Mann hatte mich in Marienberg schon mal gesehen, als er am Teich in seiner Heimat angelte. Sultan sprang auch in diesen Teich, um sich zu erfrischen und was zu trinken. Ich kann mich an den Angler erinnern. Was für ein Zufall, wir freuten uns sehr darüber. Wir unterhielten uns, er kannte auch den Pferdehof Händel in Pobershau, wo ich eine Nacht schlief und den Eselbesitzer, dessen Hengst meine Esel so sehr jagte und sich am Ende Sasi nahm. So schwatzten wir eine Weile. Er erklärte mir den Weg nach Liebert Wolkwitz und dann gings weiter. Das Oberholz war schön, recht jung, aber sehr lehrreich mit Beschreibungen der Fauna und des Tierreichs hier im Wald. Gestaltet von den Forststudenten der Uni Leipzig.

Der Weg führte uns durch Großpösna, wo ich einen Mann nach dem Weg zu Liebert Wolkwitz fragte. Er erklärten mir einen ruhigeren Weg und lud mich dann ein kurz reinzukommen, damit die Tiere und ich was trinken können. Auch hier schwatzten wir ein wenig, er suchte einen Stadtplan und erfreute sich an den Tieren und uns helfen zu können. Ich erfreute mich auch daran. Ich bat ihn mich waschen zu dürfen und durfte sogar gleich duschen, wie belebend es doch ist, wenn man sich den Schweiß richtig runter waschen kann vom Körper und Kopf.

Mit Stadtplan und Beschreibung liefen wir heiter weiter, kamen dabei am Pösnacenter vorbei, wo wir neugierig beguckt wurden. Am Mc Donald wurde Ponyreiten veranstaltet, seltsames Bild so im Gewerbepark. Ich entschloss mich beim Bäcker frisches Brot zu holen, leinte die Esel an und als ich wieder raus kam stand eine kleine Menschentraube um die Eselchen herum. Eine Frau hatte sogar Äpfel und Möhren für die Esel gekauft. Sie kam aus Wismar und derzeit wollte ich noch an die Ostsee, dachte es ist schon leicht zu schaffen. So bot sie mir an, wenn ich da bin bei ihnen zu nächtigen. Tolles Angebot. Ich schrieb mir ihre Adresse auf und dann wars für mich geritzt. Sie spendeten mir noch 10 €. Vielen Dank. Des weiteren beantwortete ich noch ein paar Fragen und weiter ging es über eine Autobahnbrücke nach Liebert Wolkwitz. Dabei verlor ich leider die Äpfel und Möhren der Esel, was ich zu spät feststellte, um nochmal suchen zu gehen. Wirklich schade für die Eselchen.



Ich kam in eine Neubausiedlung aus Einfamilienhäusern bestehend. Da fand sich kein so rechter Platz für uns. Die Wiese vor den Häusern war zu hoch, um darin zu lagern. Dann sah ich einen kleinen Hügel, der bewachsen war mit Gras und Kräutern, aber nicht so hoch. Ging gucken, ob es da eine Möglichkeit gebe, die Esel anzubinden. Die gab es in Form einer Bank. Ich trieb die Esel nach oben, weil sie das nicht so recht einsahen, jetzt noch einen kleinen Berg zu besteigen. Oben angekommen, war ich sehr erfreut über diesen Platz, denn wir waren etwas außer Sichtweite der Häuser und hatten viel Aussicht. Ich klingelte Peter an, denn er wollte heute zu Besuch kommen, da er in der Nähe was zu tun hatte. Er war schon fast da. Ich baute schnell das Lager auf, doch ich war noch nicht ganz fertig als er sich anschlich. Sultan sagte erst was, als ich ihn bemerkt hatte. Super Wachhund! Aber vielleicht, weil er ihn kennt. Ich hoffe es einfach mal.



Wir freuten uns sehr uns zu sehen. Irgendwie wuchsen wir zwei immer mehr zusammen. Er brachte mir einen wunderschönen Kräuterblumenstrauß aus dem Erzgebirge mit, leckere Kräuterbutter mit Bärwurz, Bärlauch und Brunnenkresse. Ich hatte im Oberholz auch etwas Bärlauch gesammelt. Er war allerdings nicht mehr der frischste. Seine Zeit war einfach schon vorüber. Ich baute zu Ende und dann genossen wir ein leckeres Abendmahl in der rot untergehenden Sonne. Der Vollmond stand nun über uns, Goldorange. Was für ein schönes Bild. Leider mit meiner Kamera nicht fotografierbar. Nun, wir tranken Wein, von seinen Eltern selbst gemacht, redeten unentwegt und hatten eine schöne Nacht. Als es anfing zu nieseln gingen wir schlafen.

Montag, 12. Mai 2008

31. Mai 2007 : Borna – Eula – Trages – Oelzschau

Ich hatte super in den Bett geschlafen, wusste gar nicht mehr wie schön das ist. Und so wollte ich gar nicht so recht raus. Aber die Sonne schien schön hell auf die Terrasse, so dass sie mich raus lockte. Den Eseln hatte die Nacht auch sehr gut getan. Sie waren frisch und munter, zumal sie mal nicht angeleint schlafen mussten. Ist doch einen ganz andere Freiheit für sie. So dann alles aufräumen, packen, putzen, satteln. Ich war nicht gleich soweit zum losgehen, so wollte sich Sasi mit vollen Gepäck nochmal wälzen, was ich gerade so noch verhindern konnte.



Vor dem Gelände waren Bauarbeiten im Gange, die Arbeiter schauten immer neugierig über die Brüstung und rissen dumme Sprüche. Irgendwie können Bauarbeiter nicht anders, habe ich so das Gefühl, wobei ich jetzt nicht alle unter einen Hut kehren möchte. Doch der Großteil kann es einfach nicht lassen. Überhaupt wird in Borna viel gebaut, wie die große Hauptstraße zum Beispiel an der ich auch lang musste, um nach Eula zu gelangen. Ich gedachte dort vielleicht ein paar Eulen zu sehen, aber nichts war. Sie sind ja auch meist Nachts unterwegs, da sieht man sie aber selten, da sie so leise sind.



Kurz vor Eula traf ich einen Fahrradfahrer, der mit seinem Drahtesel gern größeren Touren machten. Wir schwatzten kurz, bis der Bus kam und vorbei wollte. Ich fand einen schönen schattigen grünen Platz zum rasten mit Teich, an dem wir uns zum Mittag niederließen.



Eine Frau, hinter dem Teich, hatte Angst, dass Sultan zu ihr kommen könnte und motzte ein wenig rum, doch ich konnte sie beruhigen. Sultan nutzt die Pausen lieber zum ruhen und nicht um stiften zu gehen. Danach weiter, wo ich wieder Probleme hatte die Esel über die kleine Brücke zu bekommen und dann doch den Umweg gehen musste, weil es vorn an der Schnellstraße eine größere Brücke gab, die sie nun auch bewältigten.

Eula ist ein niedliches Dörfchen mit netten Menschen.



Von da aus ging es über einen Feldweg in ein anderes Dorf, dessen Namen ich nicht aufgeschrieben und somit vergessen habe. Und so ging es jetzt wieder nur an der Straße entlang, was mich etwas aufrieb, da die Esel nicht ordentlich hintereinander laufen wollten. Es war zwar eine Dorfstraße, dennoch gut befahren. Im nächsten Dorf wollte ich Nachtlager aufschlagen. Das war Trages. Doch in Trages waren die Menschen uns gegenüber nicht so offen und an diesem Tage kein bisschen Gastfreundschaftlich. So was darf ich auch in keinster Weise erwarten. Irgendwie hatte ich es aber, denn ich war enttäuscht. Nun ja, Enttäuschungen bringen letztendlich Klarheit.





In dem Dorf wurde an heut Polterabend gefeiert und da macht sich das gesamte Dorf auf um mitzufeiern. Ist doch auch toll. So ein Zusammenhalt. Also Ausnahmezustand im Dorf Trages. Sie schickten uns weiter ins 3km entfernte Oelzschau. Wieder an der Straße entlang. Wir hatten alle keine Lust mehr, doch wir hielten durch. Dabei kam ich wieder durch ein kleines Dorf, was ich süß fand. Warum ich nicht dort geblieben bin für die Nacht, weiß ich nicht mehr. Oelzschau war größer, hatte auch eine LPG deren Geruch mir am Eingang entgegen strömte. Ja, da stehen die Milchkühe den ganzen Tag in ihrer Box, werden gefüttert und dreimal am Tag gemolken, damit wir immer frische Milch auf dem Tisch stehen haben. Die Fleischrinder leben anders, zunächst auf Wiesen und dann werden sie in einen LKW verladen, der sie eventuell in ein anders Land bringt oder sie werden in der Nähe in die Schlacht – und Mordfabrik gebracht. Und es wird soviel hergestellt, dass wir das alles gar nicht essen können, somit wird es einfach wieder weggeschmissen, im günstigsten falle wird Hundefutter daraus gemacht ...



Ich traf zwei junge Männer, die an einem Auto schraubten und sie fragte ich nach Wasser und einem Schlafplatz. Der eine war nett, brachte mir Wasser, erklärte mir den Weg und dass es auch nur noch 10 km bis Leipzig sind. Das fand ich toll und entspannte mich. Der andere war nicht so nett, eher mürrisch. Vielleicht hatte er eine faschistische Einstellung. Er wirkte so, ließ mich aber in Frieden.



Hier gab es zwei Seen oder auch Teiche, viel Wasser, grün und natürlich Frösche. Ich baute unser Lager auf eine Kräuterwiese vor ein Einfamilienhaus, ich war noch immer ängstlich, da fühlte ich mich sicherer, obwohl man das auch nie weiß, ob sie einen in der Not helfen oder gar selbst böses wollen. Ich fragte die Leute, ob es für diese Nacht ok wäre, sie bejahten, also baute ich los.



Ein Stück der Wiese wurde schon gemäht, trotzdem war sie noch hoch. Da lebt viel Kleingeier drin, auch die Nacktschnecken, welche immer am Zelt hoch kriechen, ihre schleimige Spur und ihren Kot an meiner Zeltwand hinterlassen. Nicht besonders nett von ihnen. Ich kacke ihnen ja auch nicht aufs Haus. Sie haben auch gar kein Haus, worauf man kacken könnte. Und wenn, wäre es ziemlich fatal für sie, denn da wären sie begraben. Solch einen Schaden stellen sie bei mir nicht an, also sei ihnen verziehen. Ich habe sie immer vom Zelt runter geschnipst, doch sie werden sich nicht müde, es immer wieder zu versuchen nach oben zu gelangen. Was für ein eiserner Willen. So müssen gute Bergkletterer sein, auch wenn sie fallen, dies überleben, es einfach noch einmal zu versuchen. Irgendwie auch faszinierend so eine Nacktschnecke. In manchen Gegenden sind sie sogar getigert. Kommen vielleicht von weit her.



Es gibt auch getigerte oder anders bemusterte Zecken, die ich vorher noch nie gesehen hatte. Vor allem im Brandenburger Raum, den ich erst später besuchte. Zur Zeit war ich noch in Oelzschau, holte Wasser für die Tiere, erfreute mich an den Kräutern der Wiese, der untergehenden Sonne, dem aufgehenden schwer am Horizont hängenden orangefarbenen Mond. Dazu spielte eine Nachtigall ihre lieblichen Lieder, die mich immer wieder in magische Verzückung versetzen. Herrlich.

Mittwoch, 7. Mai 2008

Neuigkeiten

Hallo liebe Freunde,

ich bin am 5. Mai 2008 wieder erneut auf Wanderschaft gegangen.
Wie ihr schon sehen konntet, gibt es wieder ein paar neue Fotos und Geschichten von mir vom letzten Jahr.

Ich werde nach und nach in den nächsten Wochen die versprochenen Texte zu den vorigen Blog-Einträgen hinzufügen. Es lohnt sich also, wieder mal die alten Bilder anzuschauen und zu lesen.
(Aus technisch/organisatorischen Gründen, habe ich von hinten begonnen, die Texte einzufügen, quasi von Ende Mai 2007)

Ich werde wieder neue Fotos von diesem Jahr und auch "neue" vom letzten Jahr auf dieser Seite veröffentlichen.

Carpe diem und gute Reise, eure Wandereule

30. Mai: Phänitz – Fockendorf – Thräna – Borna


Eines meiner Lieblingsfots


Der volle Mond am Nachthimmel





Ich bin auch zeitig aufgestanden, alles übliche erledigt, nach dem Frühstück gepackt, geputzt, sauber gemachte, gesattelte und los ging es wieder auf Tour. Das Wetter hatte sich tatsächlich gebessert und so trockneten die Esel auch schnell. Wir liefen durch Fockendorf bis Thräna, dort verlief ich mich und hatte keiner Beschreibung der Dorfbewohner mehr folgen können.

So rastete ich erstmal und hörte ein Geräusch was ich schon sehr lange nicht mehr gehört hatte. Storchgeklapper. Da war ein Nest mit einem Storchpaar. Das erfreute mich. Ich fragte zwei Damen, die mit ihren Hunden spazieren gingen nach dem Weg zu Borna und lief durch Pappelwälder, vorbei an massig Sanddornbüschen und blauen Blumen. Hier gab es auch Teiche und Frösche. Schönes Stück Natur, welches leider durch Windräder etwas verschandelt wurde.
Dann kamen Felder mit Wegen, was ja heutzutage eine Seltenheit ist, da fast alle Feldwege nach der Wende weg geackert wurden, wie mir die ländlichen Bauern erzählten.

Und schon sah ich Borna in der Ferne. Wir musste ein Stück auf dem Fahrradweg eines Bundesstraße laufen. Es war Feierabendverkehr oder so, jedenfalls war mächtig viel los auf der Straße.

Am Eingang von Borna kolletierte Sasis Gepäcktasche mit einem Drahtesel. Ist nichts weiter passiert und so kam ins Gespräch mit dem Besitzer, einen Mann mittleren Alters. Ich fragte ihn nach den Weg durch Borna nach Eula. Er bot sich an uns ein Stück durch Borna zu führen, denn eigentlich war er auf dem Weg zum Baggersee.

Die Esel erregten etwas Aufsehen im Wohngebiet und Borna. An einer Brücke, über die Wyrha, hatten wir das Problem, dass die Esel nicht drüber laufen wollten. Um keinen Preis der Welt. Wir mussten aber auf die andere Seite. Es gab keine andere Möglichkeit. Und wie es der Zufall so will bot eine Frau an mit zu helfen, die selbst Pferdebesitzerin ist und gerade mit ihren Hund Deppi unterwegs war. Zwei zogen vorn an Miniela und ich schob von hinten an, dabei blockierten wir einen Weile die gut besuchte Brücke. Das Bild war sicherlich zum schießen, doch keiner dachte daran zu fotografieren. Was für eine Aktion, aber letztendlich gelang uns die Sache und hatten alle Esel auf der anderen Seiten der Wyrha. Der gute Mann verabschiedete sich und drückte der Frau die Zügel in die Hand, welche uns weiterführen sollte.

Sie heißt Elke und ist eine junge hübsche Frau. Sie meinte, es wären noch ca. zweieinhalb Stunden bis Eula zu laufen und da es schon 17.30 Uhr war, musste ich einsehen , dass es heut nicht mehr zu schaffen war, denn wir hatten auch schon 8km hinter uns und brauchten erstmal eine Pause. Sie schlug mir vor auf einer ihrer Weiden zu nächtigen, doch eigentlich sind diese viel zu nass für Zeltlager und Eselhufe. Wir kamen an ihren und ihrer Freundin's, Bianca, Pferden vorbei. Ich hatte die Befürchtung, dass sie vielleicht ausbrechen, denn schon zweimal hatte ich dies erlebt, aber alles ging gut. Sie liefen nur aufgeregt umher.

Elke hatte eine Idee. Ich solle erstmal auf ihre Weide warten und sie würde derweil Bianca fragen, ob wir alle in ihren Pferdegrundstück übernachten könnten. Ich wartete, schoss ein paar Fotos, wobei eines meiner Lieblingsbilder entstanden ist. Das mit dem Gepäck von Minielas Sattel und der kleinen weißen Wolke am Himmel. Es war ein schöner sonniger und warmer Abend. Sie kam gleich zurück und hieß uns willkommen in Bianca's wunderschönen Reich für Pferde und Menschen.

Wow, das hätte ich nicht gedacht, dass ich heute so geschützt schlafen könnte, da es ein ummäuerte Gelände war. Es gab genug Weidefläche, einen überdachten Offenstall mit frischen Stroh, Heu, Wasser und Salzleckstein. Gleich dahinter gab es ein süßes Häuschen mit Terrasse und einem Doppelstockbett. Strom und fließend Wasser gab es nicht, dafür große Wassertanks mit Regenwasser.

Bianca kam mit ihren zwei Kindern, um uns zu begrüßen. Beide Frauen waren sehr freundlich, offen und herzlich. Bianca ging nochmal fix nach Hause, um Essen zu holen für das Abendbrot. Die Esel erfreuten sich daran mal wieder ohne Leine sein zu können, wälzten sich vergnügt, rannten, tranken und fraßen. Die Kinder erfreuten sich an ihnen.

Zum Abendessen gab es viel zu erzählen. Zum einen fragten sie mich aus und dann ich sie. Sie selbst machen auch ab und zu einen Wanderritt. Ich freute mich richtig sehr über sie, die Gespräche und die Übernachtungsmöglichkeit.

In der Dämmerung verließen sie uns. Sie erklärten mir den Weg nach Eula und wie ich am nächsten Tag das Gelände zu verschließen hatte. Nun war ich wieder all-ein. Die volle Mondin thronte am Himmel, es war lau und ich schrieb bei Kerzenlicht Tagebuch. Telefonierte mit meiner Mutter und Werner, die sich beide um mich sorgten und jetzt entspannter wurden. Ich schlief himmlisch in der Nacht im Bett mit Decke. Ganz anderes Gefühl, als im Schlafsack. Viel freier, obwohl mein Schlafsack schon recht weit ist, so dass ich meine Beine anwinkeln kann. Sehr entspannter Abend.

29. Mai : Phänitz (Zeltplatz)









Die Nacht regnete es bis in den Morgen hinein, so stand ich erst 8.30 Uhr auf. Ich erledigte die übliche Dinge und gerade als ich zusammenpacken wollte kam Peter Hennig, der Mann mit dem Fuhrunternehmen, welcher mich auf der Straße nach Phana ansprach. Wir plauderten lange über Tiere, das Reisen und das Geschäft. Ich fragte ihn, ob er uns denn mit nach Leipzig nehmen könnte, da er in Halle mit seinen Tieren an einem Theaterstück teilnahm.

Das war zu aufwendig und dann kam es mir in den Sinn, wie albern es von mir war, weil ich ja auszog um zu wandern und einige Ängste zu minimieren oder auch ganz los zu werden. War schon gut so. Wenn es wirklich notwendig gewesen wäre, hätte es sich schon was dazu ergeben.

Ecki, kam auch nochmal rum, um nach den rechten zu sehen. Er staunte, dass ich noch da war, aber ließ mir die Zeit die ich brauchte. Danke.

Als wir so plauderten fing es erneut an mit regnen. Oh je, außerdem war es schon Mittag. Für Mittwoch hatten sie Wetterverbesserung gemeldet. „Ok“, dachte ich, „machste heute noch einen ruhigen, schläfst und schreibst ein wenig.“ Das tat ich, denn ich war allein, keiner mehr da, der mich ablenken könnte. Nach so viel Erlebnissen war ein Ruhetag doch irgendwie nötig, um Kraft und Ruhe zu tanken.

Während des Regens schlief ich, die Esel hatten ihren Regenmäntel an und danach ging ich zum Bäcker nach Fockendorf, durch welches ich am Folgetag laufen würde.

Das war der beste Bäcker, denn ich unterwegs kennengelernt habe. Es schmeckte alles nach selbst gemacht, locker, das Brot herzhaft mit guten Sauerteig und der Kuchen saftig und nicht zu süß. Dieses Geschmackserlebnis sich im nach hinein schlecht beschreiben, doch eines kann ich sagen, dass die Stadtbäckereien, dass nicht drauf haben, bei den heutigen Zeiten der fertigen Backmischungen und der Art des Laserbackens, so ohne Ofen.

Es war eine schöner Spaziergang nach Fockendorf, ein Stück durch den Wald, wobei ich Miniela mal sich austoben ließ, denn das braucht sie ab und zu mal.

Zurück im Zelt fing es wieder an mit regnen. Das gesamte nasse Zeug konnte ich im Waschhaus auf der Heizung trocknen. Des späten abend regnete es noch einmal. War also gut, dass ich noch einen Tag ausharrte und das nette Gespräch mit mit Peter Hennig hatte. Zeitig schlief ich und wachte dementsprechend zeitig auf.

Dienstag, 19. Juni 2007

28. Mai - Phänitz - Zeltplatz am Naturteich


Frühstück im halbnassen Vorzelt.


Der Morgen danach...


Sulle probierts immer wieder ob er was bekommt.


Noch in der Nacht regnete es wieder. Die Eselchen lagen naß im nassen Sand.


Alles naß und die Plane nicht unters Zelt gestopft. So lief alles unters Zelt vor zu Sulle. Der Arme Kerl war am nächsten Morgen ganz schön naß von unten. Und Gabriel hat es mir noch erklärt, dass das wichtig ist, die Plane unters Zelt zu stopfen.


Sultans und mein Place...


Esels Place...


Sasi mit Regenschutz

Eigentlich wollte ich an diesen Tag aufbrechen gen Leipzig, doch als der Wecker klingelte regnete es in Strömen. So blieb ich liegen bis er aufhörte. Die Esel wurden dabei pitschnass. So konnte ich sie nicht satteln. Ich wollte sie nicht so nass werden lassen, denn weitere Regenfälle waren gemeldet, so ging ich im Dorf umher und fragte, ob ein Hof die Esel aufnehmen könnte, damit sie im trockenen stehen. Niemand fand sich, war am Ende eine komische Idee, die mir einer eingeredete hatte. Die Dauercamper waren sehr freundlich, schenkten mir ein paar alte Handtücher. Herr Barth erklärte mir dass ich die Regenplane unter dem Zelt einschlagen müsse, damit der Regen nicht unters Zelt gerate, denn Sultans Platz war total nass nach dem Regenguss. Der gute Gabriel hatte mir dies schon vor meiner Abreise erzählt, doch irgendwie fiel mir es erst ein, als mir es Herr Barth nochmal sagte.

Ein Anruf von Werner erreichte mich, welcher meine Esel in Leipzig aufnehmen würde. Er fragte mich wo ich denn bleibe, er konnte es kaum noch erwarten, dass wir kommen. Anfangs erreichte er mich nicht auf meinem Handy, da ich es selten an habe, so dachte er, dass Curly, die es organisierte, ihn nur veralbert hatte und sprach seinen Ärger auf meinem Anrufbeantworter aus. Da er es nicht erwarten konnte und ich an diesem Tage nicht aufbrechen konnte, sagte er dass er uns holen wolle. Das mutete mir seltsam an, doch war ich ein Stück erleichtert, denn ein wenig Angst vor den weitergehen und wieder alleine sein hatte ich. So gab ich ihn mein ok und beschrieb ihm den Weg. Als er dann da war, schaute sich die Familie Barth alles mit an, half mit beim Gepäck einladen, doch die Esel passten überhaupt nicht in den Bus. Zudem war ich erstaunt über Werner. Er ist ein recht alter Mann, der schon Probleme mit seinen Knochen hat und ähnliches. Ein kleiner, schräger alter Mann, der kein Blatt vor den Mund nimmt und so eine Muffelart hat, die aber nicht bös gemeint ist. Er wollte noch nicht aufgeben und so fuhren wir noch umher, um auf Leihbasis einen Pferdewagen aufzutreiben. Das funktionierte auch nicht. So baute ich abends mein Lager erneut auf, diesmal mit umgeschlagener Regenplane und blieb die Nacht in Phänitz.

Herr und Frau Barth hatten mir einen schönen Weg nach Borna erklärt. Fast alle Camper sind wieder nach Hause gefahren und so war ich allein hier. Ja, diese Angst steckte noch in mir. Nun, diese galt es jetzt zu überwinden.

27. Mai - Phänitz Zeltplatz am Naturteich


Emi und ich. Das war nach dem Gewitter, sie hatte mich zum Abendbrot eingeladen, bei Peppi und ihrer Mutter.


Emi, ?, Freundin von Emi, deren Namen ich leider vergaß. Sie möge mir bitte verzeihen.


Die Eselchen waren natürlich ordentlich naßgeworden. Naja, den Rücken konnte ich schützen.


Ich war echt gut gelaunt an dem Tag seit einer mal wieder, dank den Jugendlichen und den Zeltplatzleuten.


Matthias, der rothaarige junge Mann, Verantwortungsbewußt, fröhlich, gebildet, vorallem in Geschichte. Emi und der Junge dessen Name ich auch vergaß.


Das Team Sasi bestand aus Matthias, der Schwester seiner Freundin und diesmal Emi´s Freundin. Einer führt, der andere achtet darauf, dass die KInder im Sattel bleiben und Spaß haben. Und das haben sie alle echt spitze gemacht.


Andreas, der Rauchfischverkäufer. Er hatte mir immer den Raum aufgeschlossen, wo ich Wasser für die Tiere holen konnte. Ein cooler Typ. Hat mir auch so noch Tips gegeben und kann mir Kontakt zu einem individuellen Wagenbauer geben. Danke.


Emi´s Frau Mutter. Gute Frau, sie hat mir ein kleines Jäckchen geschenkt. Echt tschische Qualität und das mein ich nicht abwertend. Vielen Dank, auch für das Essen.


Die jungen Frauen konnten es sich nicht nehmen lassen mal Esel zu reiten und ließen sich gleich fotografieren. Das fotografierte ich dann ;o)


Die stolze Truppe junger Erwachsener die mir tatkräftig und fröhlich zur Seite standen. Vielen Dank nochmal, hat großen Spaßgemacht mit euch zu arbeiten.


Der Junge wollte stets reiten, aber hatte kein Geld und dann ließ ich ihn auch, damit er eine Freude hat.


Emi und Chelsky waren immer ein Team. Emi hat durch ihren freche Fröhlichkeit, Bescheidenheit und Verantwortungsbewußtsein richtig gut mitgeholfen.


Sultan wacht wie im Schlaf...


Sasi nach dem Wolkenbruch in Phana


Die Dackeldame von Peppi und seiner Familie hatte grad Junge.
Peppi hab ich leider nicht fotografiert bekommen, er war dann weg...
Er erzählte mir, dass er früher den > Kessel Buntes<> Hovének und Spável gespielt und gesprochen hatte. Ihn hab ich leider nicht mehr vor die Kamera bekommen. Seine Stimme hab ich erkannt.


Erlebnissbericht:

Ich erwachte wieder zeitig, stand aber erst 8 Uhr auf. Dann das übliche und Frühstück. Es hatte in der Nacht geregnet . Nachbarin Gaby brachte für Sultan ein paar Leckereien rüber und für mich Küchenkrepp, da ich meinen Cappuccino umkippte und mich darüber sehr ärgerte. Sie meinte, ich solle mich mal beruhigen, dass ist nicht schlimm und heut ist Sonntag. Wie nett. Es ärgerte mich nicht über das, sondern stand ich wohl eher noch etwas unter Strom, wegen der Schreckensnacht, die ich immer noch aus meinen Gedanken verdrängte. So langsam kam aber Entspannung.

Ich machte die Esel fertig und auch mich, diesmal mit Kostüm, flocht mir Zöpfe und legte Ohrschmuck an. Frau Barth, die Nachbarin von meiner linken Seite half mir beim Tuch binden, welches ich von meiner Tante bekam und gerade als ich los wollte, hielt mich Herr Barth auf und lud mich fast im Befehlston zum Essen ein. Ein „Nein“ akzeptierte er ganz und gar nicht. Okay, so aß ich noch mit lecker Kesselgulasch und unterhielt mich mit ihnen, was doch sehr nett und interessant war. So lernt man Leute kennen, die ich wohl sonst nie kennengelernt hätte, da wir in völlig verschiedenen Welten Leben. Sie sind so im Alter meiner Eltern und kommen immer hier her um Ruhe zu tanken. Sie lieben die Natur hier, welche wirklich schön ist mit dem Teich an dem Kraniche, Kuckucke, viele Singvögel, auch die liebliche Nachtigall, die leider immer von den Fröschen übertrumpft wurde, Rehe, Wildschweine, Möwen und mehr leben. Den Kuckuck hatte ich auch schon ewig nicht mehr gehört und es war seltsam, aber schön. Sie erklärten mir ein wenig die Gesänge der Frösche, welche besonders an schwülen Tagen laut sind und sonst nicht so. Sie zeigen auch an, wenn jemand abends kommt, denn da wird es plötzlich still. So was wie Alarmanlagen.

Ganz anders in Phana, da lebt der Mensch hauptsächlich und hält die Luft in Bewegung. Ein ganz anders Gefühl hatte man da. Und da musste ich jetzt hin. Ich kam viel zu spät, erst 14 Uhr. Wir wurden schon erwartet von den Eltern und Kindern. Einige hatten Brot gesammelt für die Esel, die Jugendlichen begleiteten mich sogleich mit vor auf den Platz und übernahmen alle Tiere. Durch den Spitzhut riefen mir einige Leute „Hexe“ zu. Und dann gings auch schon los. Andreas schloss mir den Raum fürs Wasser wieder auf und gab mir Tipps für einen sehr guten Wagenbauer. Ich hatte derzeit überlegt mit einem Wagen weiter zu gehen, da es in der Hitze mit dem Gepäck super anstrengend war zu laufen für alle.

Wir unterhielten uns kurz und die Teenis kümmerten sich um die Esel. Erst war nicht viel los mit reiten, so liefen die Jungs und Mädchens mit einem Esel über den Platz, um ein wenig Werbung zu machen. Die Einteilung der Eselführer war gar nicht so einfach, alle wollten und konnten aber nicht, so bildetete ich Teams, wo immer zwei einen Esel führten. Matthias und Emi hatten genug Verantwortung und Autorität für die Esel, um sie zu führen. Der zweite lief hinterher zum antreiben und als Sicherheit für die reitenden Kinder. Damit mir auch keiner runter fällt. Es lief dann auch gut an, ich konnte nichts machen, als nur zu kassieren und mich mit den Eltern zu unterhalten. Alles andere machten die Teens.

Anfangs war es durch die Aufgabenverteilung etwas chaotisch und aufreibend, doch das entspannte sich mit der Zeit. Es war interessant für mich zu beobachten, wie so was abläuft und dass ich sie anführen musste. Nun bin ich selbst so alt, dass ich jüngeren weiterhelfen kann, Chaos minimieren und Harmonie zwischen ihnen schaffen muss. Wirklich interessante Erfahrung. Einmal durfte ich das schon mal erleben, als ich mit einem Klassenkameraden als Praktikum ein Filmworkshop für Jugendliche leitete. Da erlebte ich auch die Auf und Abs der Jugendlichen, interne Streitereien und auch ihre frische Kreativität, die sehr inspirierend und zumeist feurig ist. Hat mir riesigen Spaß gemacht mit ihnen zu arbeiten. Es funktionierte auch so gut, weil sie es alle wollten und keiner musste. So verging der Tag wie im Flug.

Eine Frau, aus dem Erzgebirge lud mich zum Abendessen ein, welches ich nicht wahrnehmen konnte, da die Teens mich nicht in Ruhe ließen und mich unbedingt mit zur Disko nehmen wollten, die an diesem abend stattfinden sollte. Emi redete lange lange auf mich ein bis ich „Ja“ sagte. Doch dann kam es nicht mehr dazu, denn ein Gewitter zog schnell herauf. Peppi hatte es vorhergesagt, dass es in 10 min beginnt und so war es auch. Ich stellte mich bei ihnen unter, die Esel bekamen Regenmäntel und dann ging es richtig ordentlich los mit Donner, Blitzen, Regen und Winden.

Derweil lud mich Peppis Frau oder besser gesagt Emi zum Essen bei ihnen ein. Es gab gute, einfache tschechische Küche. Lecker. Peppi spielte dabei ein paar Lieder auf seinem Keyboard für uns. Lustige Musik für mich, für die Familie schon bekannt und wohl eher langweilig. Emis Mutter, deren Namen ich leider nicht mehr weiß, schenkte mir eine Kurzjacke. Original Tschechisch. Sie machte etwas schick. Danke nochmal. Ja, und die Disko wurde wegen schweren Gewitter abgeblasen. So verabschiedete mich bei allen ganz herzlich und dankte ihnen sehr für ihre Hilfe und das gegenseitige Kennenlernen. Nach dem Regen lief ich wieder zurück, Emi und ihre Freundin Franzi begleiteten uns noch ein Stück bis zum Waldrand und dann kam der Abschied.

Froh war ich im letzten Licht des Tages auf dem Zeltplatz angekommen zu sein. Der Himmel war wieder klar, die Frösche sangen entspannt ihre Lieder, Fledermäuse huschten leise durch die Luft und über den See, um Futter zu sammeln, die Nachtigallen konnte ich am Waschhaus hören. Eine schöne gute Nacht. Ich war richtig schön entspannt und fließend in mir. Herrlich.