Montag, 2. Juni 2008

19. Juni 2007: Altenbach – Uwes Hundeschule















... Und so wachte ich auch auf. Schön zeitig und völlig verquollen im Gesicht von den Insektenstichen und wohl auch von der konzentrierten Ansammlung der Gräser. Frühstück, packen und dann ging ich nochmal auf den Pferdehof, um noch ein wenig Wasser aufzufüllen und Heu zu erbitten. Auch wollte ich nach einem Hufschmied fragen, aber alle waren sehr beschäftigt und so erklärten sie mir den Weg zum Hufschmied. Heu und Wasser konnte ich noch mitnehmen und auf ging es so gegen Mittag weiter durchs Land. Das Wetter wurde zunehmend schwül und heißer. Mein Gesicht war wieder abgeschwollen.

Ich musste jetzt über die Mulde, aber da hier Richtung Wurzen nur Baustelle und Großverkehr war, musste ich einen Umweg über die Felder nehmen. Kurz bevor ich auf den mir bevorstehenden Weg einbiegen konnte, hielt ein Auto am Straßenrand und heraus kam Fr. Schreiber, die sich sehr freute uns zu sehen. Mir ging es ebenso, welch eine Überraschung. Wir redeten kurz, ich erklärte ihr die Chaossituation mit ihrem Wagen und entschuldigte mich dafür, dass ich ihn stehen lassen musste. Sie verstand es. Danke. Sie kam gerade von der Hundeschule, hatte ihrem Lehrer schon eher von mir berichtet, als wir noch in Waldsteinberg waren. Schon da sagte sie, dass er mich gern kennen lernen wöllte, weil er auch schon an ähnliches gedacht hatte, mit Eseln zu reisen. So rief sie sofort an, um ihn die Nachricht zu überbringen und er setzte sich mit seinem Kumpanen ins Auto und kam angedüst. Was für ein Aufwand! Uwe, der Chefe lud mich auf einen Kaffee ein und wollte unbedingt, dass wir bei ihm vorbei kommen. Ich konnte mich seiner dominanten Arzt kaum widersetzen. Das konnte dementsprechend nur ein guter Hundetrainer sein, da man sehr dominant in der Erziehung von Hunden sein muss. Ok, ich ließ mich überreden und marschierte die Straße weiter entlang bis zu seinem Platz, der mitten an der Bundesstraße lag, doch weiter war, als von ihm geschätzt und mitten in der Walhalla lag.

Erschöpft vom Wetter und dem Weg an der Bundesstraße kamen wir an. Ich legte alles ab und die Esel standen zunächst nur herum, um zu ruhen. Er lud mich zum Essen ein, stellte viele Fragen und erzählte mir von seinen Plänen mit Eseln. Er wollte dies geschäftlich betreiben, als gewerblich geführte Eselwanderungen. Da kam ich ihm natürlich recht. Selbst konnte er dies nicht tun, da er zwei Hundeschulen besitzt. Diese und eine in Berlin. Er ist durch und durch Berliner, was er am Dialekt und seiner Art deutlich ausstrahlte. Danach machte er viele viele Fotos von uns, rief seine Frau an, auf die ich noch warten sollte, weil er es ihr und seiner Tochter zeigen wollte. Wieder einmal bemerkte ich, dass ich mich zu stark beeinflussen lasse und nicht dem nachgehe, was ich will. Er konnte dies auch gut. Seine Frau und Tochter kamen irgendwann und wieder wurden viele viele Fotos gemacht. Ich kam mir vor wie ein Fotomodell und die Sensation schlecht hin, was mir allerdings nicht so gefällt.

Gewitter zog auf und es wurde beschlossen, dass wir hier bleiben sollen, damit wir im trockenen sind und es ja jetzt eh zu spät ist. Gut, ich nahm dankend an. Natürlich hatte er auch noch mit Hunden zu arbeiten, was ich mir mit ansah und auch wir wurden von seinen Kunden neugierig beguckt. Auf seinem Platz hat er auch viele Zwinger in denen Polizeihunde waren, die oft bellten und auch hin und wieder zum üben heraus geholt worden. Ganz schön was los hier. Er macht seinen Job sehr gut und souverän, und ist zudem ein guter Geschäftsmann, der schon viele Pokale gewonnen hat mit seiner Arbeit.

Um die Zeit zu nutzen und nicht nur dumm herum zu sitzen bat ich ihn ans Internet zu dürfen, um an meiner Website zu arbeiten. Das ging, was ich toll fand. Mit einer jungen Frau fuhr ich noch fix zur Tanke, um mir Tabaknachschub zu holen. Gegen 20 Ur kehrte dann Ruhe und Einsamkeit ein, die ich sehr genoss. Ich war hier auf einem abgeschlossenen Gelände, brachte Bilder auf meine Website und bekam noch drei Telefonate von guten Freunden, was mich sehr erfreut hatte. Des Nachts baute ich mein Lager auf der Wiese auf, Gewitter gab es keines, dafür sternenklaren Himmel. Die Polizeihunde schlugen immer wider an, wegen den Eseln, die ich frei herumlaufen ließ und dann hatte ich die Horrorvorstellung, was jetzt wäre, wenn die Hunde ausbrechen würden. Sie waren alle scharf und hätten uns platt gemacht. Ein paar mal konnte ich sie mit einem tiefen „Aus“ und „Ruhe jetzt“ ruhig kriegen, aber immer wider fingen sie an wild zu bellen und gegen ihre Gitter zu springen, sobald die Esel in ihrer Nähe waren. So band ich die Eselchen doch an und schlief erst gegen 2.30 Uhr ein.

18. Juni 2007: Polenz – Leulitz – Altenbach









Gegen 4.45Uhr fing es an mit regnen und ich hatte nichts abgedeckt. Fix raus gesprungen, alles abgedeckt, außer die Esel, weil sie nicht wollten und wieder in den Schlafsack geschlüpft. Zum Glück hatte ich die Plane am Boden so weit ausgebreitet, dass ich sie um mich schlagen konnte und nicht völlig nass wurde. Jetzt hieß es den Regen abzuwarten und dies dauerte so bis 9 Uhr. Als ich aufstand war Egon schon wieder mit dem Tee bereit. Verrückt, er muss ja gewartet haben bis ich aufstehe?! Na ja. Ich richtete alles so weit her, beguckte mir den „Regenschaden!“, welcher nicht weiter schlimm war, fütterte die Tiere und dann mich. Danach kam das übliche Ritual des Platz Säuberns, Esel putzen und bepacken. Ja genau, kacken musste ich auch noch, und zwar in den Büschen, so wie ich es die meiste Zeit tat. Dann brachte ich den Bollerwagen mit dem überschüssigen Material zu Egon, lieh mir von ihm noch einen Rechen aus und reinigte den Platz nochmal richtig vom Eselmist und Heu. Ich dankte Egon sehr für seine Hilfe und die Abnahme meines Zeugs, was mir unnötig erschien und hoffte, dass er etwas damit anfangen könnte. Um den Wagen tat es mir richtig leid, da wir so viel Arbeit und Zeit darin investiert hatten und sie ihn mir schenkte. Doch ich konnte nicht wirklich mit ihm reisen, das war zu anstrengend für uns alle.

Gegen Mittag startete ich erneut ins Ungewisse. Zunächst ging es die Landstraße entlang, was mir nicht so behagte. Ich wusste, dass ich so in linke Richtung musste und beschloss einfach kurzerhand den Feldweg zu nehmen der sich mir anbot. Leider endete er schon bald, an einem kleinen, wohl aufgeschütteten Erdwall. Ich naschte noch einige Kirschen von den Bäumen die da standen und beschloss den Bergwall zu begehen. Hinter diesem zeigte sich eine lange Ebene, die stark bewachsen war mit allen möglichen Kräutern und Gräsern. Wir liefen zunächst oben entlang und gingen dann an einer seichteren Stelle nach unten. Trotzdem rutschte Minielas Sattel herunter. Mit dem Wagen hätte ich nie Querfeldein gehen können und schon gar nicht über so Hügelchen. Ok, den Sattel gerichtet und weiter ging es. In regelmäßigen Abständen standen Schilder, dass dieses Gelände nicht zu betreten sei. Wieso wusste ich nicht, doch dann sah ich eine riesige Baustelle. Hier entstand ein Solarpark, sehr hässlich, aber nützlich für die regenerativen Energien. Es war auch kein wirkliches Idyll hier. Sasi fiel rutschte auch noch runter und wurde erneut befestigt.

Ich lief bis zur Baustelle in der Hoffnung, dass es dort am Zaun einen Weg gab, der nicht so uneben und voll gewuchert war wie die Kräuterwiese. Die Bauarbeiter dort fanden uns urkomisch und genau da stellte Sasi sich stur und wollte nicht weiter. Was den Arbeitern einen weiteren Grund zum Heiter sein gab. Ich fand das alles gar nicht so witzig und ging von dannen. Gut, am Ende hätten sie mir für dieses Schauspiel sogar noch etwas in den Hut geworfen, wenn ich es locker und flockig genommen hätte. Ach, genau das muss ich noch lernen, aus plötzlicher Situationskomik eine Show und schon sind die Lacher da und der Rubel rollt. Ich bekam Sasi zum weiterlaufen und wir schleppten uns über die Kräuterwiese. Ich fand sogar Poleiminze, was mich hoch erfreute und ich gleich etwas in meine Wasserflasche gab für den guten Geschmack. Irgendwann kamen wir von der Wiese runter, gingen am Zaun der Anlage entlang, wobei ich sehr darauf achten musste, dass Sulle nicht an den Zaun kam, da er unter Starkstrom stand, wie einige Hinweisschilder dies bekundigten. Endlich geschafft und direkt in Leulitz raus gekommen, war eine Hindernis – und kenntnisreiche Abkürzung.

In Leulitz angekommen wurde erstmal eine Rast gemacht. Bei einer alten Frau konnte ich Wasser holen und selbst mir schenkte sie etwas zu trinken, wofür ich sehr dankbar war. Leider musste ich dort feststellten, dass ich meine Isomatte, welche in einer Regenplane eingerollt war verloren ging, wahrscheinlich auf der Wiese. Ich schaute den Weg ab und fand sie nicht. Auf der Wiese würde ich sie gar nicht mehr finden oder den ganzen Tag dafür brauchen und so ließ ich sie als Wegzoll dort wo sie war. Zum Glück hatte mir Fr. Schreiber noch eine Plane spendiert gehabt, die vor allem ohne Löcher war.

Ich durchlief Leulitz um nach Altenbach zu kommen, da gab es einen Pferdehof, wie ich hörte, dort wollte ich versuchen unter zu kommen. Dabei fand ich in einem Dorf, nahe Altenbach, ein kleines Gelände, wo alles mögliche aus Holz und bunt gestaltet war. Leider war niemand zu Hause. Hätte mich interessiert. Ich verlief mich noch einmal bei dem Versuch eine Abkürzung durch den Wald zu nehmen, traf dabei auf ein paar nette Leute, die uns zum Kaffee einladen wollten. Doch da es schon so spät war, hätte ich dann da bleiben müssen. Das ab – und aufsatteln der Esel dauert so min. 15 min. Na ja, ich dankte freundlich ab und ging weiter. Heute denke ich, dass es vielleicht gut gewesen wäre, weil es einfach ein schöner Ort war.

Ich wollte auch zu den Pferdeleuten, um die Hufe von den Eseln mal wieder nachschneiden zu lassen, da sie mittlerweile so hart geworden sind, dass ich sie selbst kaum bearbeiten konnte. Auf dem Weg zum Pferdehof ging ich nun den sicheren Weg, ohne dass ich mich verlief, traf da auf einen älteren Herren, der mir erst freundlich erschien, aber zunehmend immer aufdringlicher wurde.

Endlich sah ich von weiten den Pferdehof, er war groß und schick. Die Pferde und Ponys wurden etwas nervös als sie uns sahen, doch wir wurden erstaunt und freundlich aufgenommen. Wie ich so oft schon merken mussten wurden ich belächelt über mein Vorhaben, dennoch freundlich behandelt. Es ist doch schön, wenn man den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann, egal ob sie es lächerlich oder lustig finden, was wir da machen. Sie gaben mir eine unbenutzte Weide, die wild und hoch bewachsen war und direkt an einem Firmensitz grenzte. Die Esel konnten hier frei laufen und hatten genügend zu essen. Heu und Wasser konnte ich auf dem Pferdehof holen. Dankeschön. Die meisten Pferde waren Turnierpferde und standen alle einzeln in der Box. Hier konnte man reiten lernen und entmisten ;o)

Als ich mein Lager aufgebaut hatte entspannte ich mich langsam, auch die Tiere. Peter rief an und wir redeten lange, bis mir die Augen zufielen. Beide sahen dasselbe Bild der Mondin die heute Nacht neben der Venus, dem Abendstern, stand. Wie schön und gut zu wissen, dass die Gestirne uns ein Stück weit verbanden.

Auf so hohen Wiesen muss man immer auf die Insekten achten, damit sie nicht mit ins Zelt kriechen. Die Nacktschnecken kriechen wie immer außen hoch und kacken dabei auf die Zeltwand. So richtig gut hatte ich die Nacht nicht geschlafen...

Sonntag, 1. Juni 2008

17. Juni 2007: Polenz











Ich erwachte recht spät und hatte auch keine Lust zum aufstehen und irgendwas zu machen. Nun, Egon, der gegenüberliegende Nachbar war schon startbereit als ich aufstand und wollte mir einen Tee bringen, was sehr zuvorkommend war. Ich bat ihn erst in 30min zu bringen, da er ihn gleich bringen wollte. Ich brauchte noch etwas Zeit zum munter werden, muttelte rum, wusch mich, flockte die Esel auf die Wiese und entfernte den Mist. Dann war auch schon der Tee bereit. Ich bedankte mich und holte ihn ab. Danach frühstückte ich das leckere Glücksbrot und hatte überhaupt keine Lust heut irgendwo hin zu wandern. Ich war noch so traurig und lustlos, so dass ich rumlag, rauchte, las und noch eine sms von Curly bekam indem sie mir sagte, dass es irgendwann sicher wieder gehen wird, wenn genug Zeit vergangen ist, um den Schmerz zu verkraften. Das erleichtere mich, dennoch blieb ich lustlos.

Irgendwann kam der Bauer, dem die Wiese gehörte, wo die Esel drauf grasten. Er war einverstanden, dass wir hier waren und gewährte uns noch einen Tag. Darüber war ich ebenfalls beglückt. Er meinte, dass er jetzt seine Schafe holen würde und ich erstmal die Esel und Hund woanders anflocken müsse, kein Problem, und dann kamen sie. Ein große Herde blökender Schafe. Die Esel fanden das alles sehr spannend und beguckten sich das Schauspiel. Selbst die Schafe waren neugierig und luckten hinter ihrer neuen Weide heraus um zu schauen, wer hier noch so alles ist. Ich besorgte noch Heu bei anliegenden Bauern für die Esel und entschied mich dann ohne Wagen weiter zu gehen. So räumte ich alles auf und sortierte raus, was ich nicht mehr brauchte und nur eine Last für uns war.

Dann schlief ich abwechselnd und schrieb Tagebuch, wobei ich erst da bemerkte, dass ja schon wieder einmal Sonntag ist. Die Tage verfliegen so schnell. Egon versuchte mich nochmals zum Bier einzuladen, doch sagte ich wieder dankend ab und fragte ihn, ob ich ihm denn mein überschüssiges Zeug und den Wagen hinterlassen könnte. Er war einverstanden und ich froh die Last los zu sein. Er schenkte mir noch einen neuen Eimer, der aus Alu ist und nicht so schnell zerspringt. Ein gutes Stück aus dem Fabrikat der DDR und noch niegelnagelneu. Noch nie benutzt. Er hatte wohl noch mehr dieser Eimer. Ich bedankte mich recht herzlich und schrieb bis es dunkel wurde Tagebuch. Dann kamen die Fledermäuse, welche leise über den See huschten, um ihr Abendbrot zu fangen und die kleinen Glühwürmchen schwebten durch die Lüfte. Ach, dass war schön.

16. Juni 2007: Waldsteinberg – Waldbad – Polenz




Ich schlief fest wie ein Bär in dieser Nacht, so dass mich Fr. Schreiber wecken musste. Das war gegen 8 Uhr. Ich begrüßte sie freundlich zum Morgen und fühlte ihre leicht negative Haltung mir gegenüber. Es hatte sie verletzt, dass ich den gestrigen Abend am PC verbracht hatte. Sie war zwar freundlich, dennoch spürte ich ihre Enttäuschung und Härte. Ich traute mich nichts zu sagen, ich Feigling..., ich hätte mich bei ihr entschuldigen müssen für mein Verhalten. Da das Bad besetzt war ging ich hinaus in den kühlen Morgen, um nach den Eseln zu schauen und ihren Mist zu entfernen. Sie waren etwas nass geworden, aber nicht völlig aufgeweicht.

Fr. Schreiber rief zu Frühstück und deckte großzügig auf. Sie schenkte mir trotz ihrer Enttäuschung einen Teil ihres gebackenen Glückskuchen und eine kleine Thermoskanne, die Gute. Auch wollte sie mir einen Futternapf für Sulle schenken, der allerdings zu groß und zu schwer war und ich ihn somit dankend ablehnte. Außerdem besaß ich noch eine Plasteschüssel, wo das Schnitzel drin war, welches ich Anfang Mai geschenkt bekam. Das reichte aus für Hundefutter.

Nach dem Frühstück waschen, packen und Esel startklar machen. Fr. Schreiber half mir dabei und dann ging es los, zwar etwas zu spät, aber immer besser als nie. Sie wollte nachkommen und ich ging den von ihr beschriebenen Weg schon mal vor. Diesmal kippte der Wagen nicht, doch ich hatte zu tun, dass ich hinterher kam, denn Sasi lief sehr schnell im Wagen und Miniela musste ich auch noch halten. Es war doch anstrengender als ich gedacht hatte. Denn Sasi ließ sich schlecht lenken und führen, dazu musste ich immer auf das Gleichgewicht des Wagens achten. Als Fr. Schreiber nach kam wartete ich auf sie und sie stütze von hinten den Wagen. Es war recht stressig und gab sicherlich ein seltsam lustiges Bild. Leider konnte es niemand fotografieren, weil wir alle Hände voll zu tun hatten. Sie führte mich zum Waldbad, zwischendurch fing es an zu regnen, aber nicht zu lang und als wir am Waldbad ankamen, war da ein Gruppe Feuerwehrleute am grillen. Als sie uns sahen lachten sie über uns, es muss wirklich albern ausgesehen haben. Ich achtete nicht weiter darauf und suchte nach einem Ort zum rasten. Schön am Wasser mit Bank und Platz zum grasen für die Esel. Dort verabschiedeten wir uns voneinander. Ein Stück erleichtert und doch in Frieden und guten Wünschen. Sie ist eine herzensgute, warme und starke Frau. Ich danke ihr sehr für all ihre Mühe und wünsche ihr immer Liebe im Herzen und Stärke.

Sultan, der alte Räuber hatte sich aus dem Staub gemacht, nämlich zum Grill. Ich rief ihn, ohne Erfolg. So ging ich, erbost über ihn, zum Platz, schnappte ihn mir und warf ihn zu Boden, um ihn zu strafen , dass er nicht gehört hat. Ich hatte mehrmals gerufen und er ignorierte es einfach, dass konnte ich nicht einfach durchgehen lassen. Hunde muss man stets erziehen und immer wieder in Grenzen weisen, bis uns der Tod von ihnen scheidet. Na gut, so manche Dinge bleiben von alleine hängen, es sind aber meist die angenehmen für ihn. Nun ja, die Feuerwehrleute waren über mein Verhalten entsetzt und drohten mir mit dem Tierschutz. Das ging zu weit, ich darf ja wohl mal meinen Hund unterwerfen. Ich schlage ihn ja nicht, sondern unterwerfe ihn nur. So wie das eben unter Hunden und Wölfen üblich ist. Mit Erklärungen kommt man bei Tieren nicht weit, sie kommunizieren anders als wir Menschen. Das habe ich schon oft erlebt, und wird mir auch von anderen Hundebesitzern erzählt, dass die Menschen sie sogleich als Tierquäler bezeichnen.

Tierquälerei ist was anderes, zum Beispiel, wenn er nicht nach seiner hündischen Art leben kann, stetig geschlagen wird – als Sündenbock her hält – nie Fleisch und Knochen bekommt, kaum bewegt wird und keine Aufgabe hat. In jedem Rudel hat jedes Tier seine Aufgabe. Er ist nicht nur ein Kuscheltier oder Kinder – und Freundesersatz. Zu viele Tiere werden vermenschlicht, dennoch sind sie Tiere und Hunde doch irgendwie auch noch Raubtiere dazu, so wie der Mensch eines ist. Hunde folgen ihren Führern oder wollen selbst Führer sein und kämpfen stets um die Rolle, wenn es der Mensch zulässt. Ich will es nicht zulassen und habe selbst den Sultan viel zu lange in meiner einsamen Zeit zu sehr vermenschlicht. Jetzt hab ich den Salat, dass er nicht richtig auf mich hört. Wenn es wichtig ist, kann ich mich schon auf ihn verlassen, aber wenn Essen in der Nähe ist, ist nichts zu machen. Schlimm, schlimm. Als Welpe musste er hungern.

Ich habe ihn als spindeldürren Hund bekommen, da war er so sechs bis neun Monate alt. So was prägt. Lebewesen, die in ihrer Kindheit hungern mussten, werden stets Hunger haben und Essen als oberste Priorität ansehen. Sie wissen was es heißt zu hungern.

Nun gut, ich entfernte mich von den Feuerwehrleuten hin zu meinem Lager. Ich schaltete das Handy ein und rauchte eine. Es kam eine sms, von Curly, die mich umwarf und lähmte vor Schmerz. Widerwillig begriff ich das Ausmaß unserer zerbrochenen Freundschaft. Wieder war ich die alleinige, die Schuld war. Wieder packte mich der Schmerz und die wirklich dessen. Wieder dachte ich, hätte ich nur auf mein Herz gehört, damals in Leipzig und wäre nach drei Tagen weg, es wäre nie so eskaliert. Ich konnte nur daliegen, rauchen, weinen und Gedanken hin und her schieben. Ich weiß, dass ich Fehler gemacht hatte und nicht völlig unschuldig war. Sie wertete mich hart ab in ihren Worten, dass ich überhaupt keine Liebe in mir trage und sie schon gar nicht verstehe und auch keinen Respekt. Ich war durch die Entfernung und Erlebnisse, seit dem Fortgang von ihr, etwas drüber hinweggekommen, doch so konnte sie mich nicht ziehen lassen und musste mir noch eine dicke Linke rein hauen. Sie war selbst auch sehr verletzt über die Situation, mein Verhalten und das Ergebnis unseres Treffens, deshalb wohl nochmal die Linke hinter meine Ohren. Ich schrieb etwas zurück, doch es nützte nichts. Erst als ich mich ihr beugte, alle Schuld auf mich nahm, sagte sie, dass wir uns vielleicht später nach viel vergangener Zeit wiedersehen können. Das erleichterte mich, doch machte mich auch traurig.

Ich fragte mich, wieso ihr Hund unbedingt mit mir wollte, als wir uns auf der Straße trennten? Tiere spüren doch, ob jemand vertrauenswürdig ist oder nicht. Nur so ist die Mira zu ihnen gekommen. Sie ist von ihrem alten Besitzer abgehauen, weil er sie schlecht behandelt hatte und von Curly und Celina bekam sie Liebe und Aufmerksamkeit. Ich wollte nicht weiter diskutieren. Und möchte in diesem Zusammenhang ausdrücklich zur Kenntnis geben, dass niemand diese bewerten sollte, da es etwas zwischen mir und ihr ist. Im Oktober 2007 rief ich sie zu ihrem Geburtstag an und seit dem verstehen wir uns wieder. Hin und wieder ruft sie an und dann wird so lange geplaudert, was die Geldbörse hergibt. Darüber bin ich sehr froh in meinem Herzen, da ich sie nie wirklich daraus verstoßen konnte und wollte. Ich hab sie einfach lieb. Doch in jenen Moment im Juni schmerzte es in mir und sicherlich auch in ihr. Aus Gefühllosigkeit zueinander kann man niemanden so verletzen wie wir es getan hatten. Ich wünsche mir für die Zukunft und Gegenwart weiterhin ihre Freundschaft, die andere Konflikte übersteht und noch so einige Freuden erlebt werden, denn dass kommt nun einmal vor in Beziehungen, wo geliebt wird. In Liebe jeder Art.

An dem See war es schön, das Wetter wechselte zwischen Sonne und grau, dazu wehte ein kräftiger Wind. Viele Leute gingen hier spazieren und ich hörte heraus, dass es in Polenz, dem nächsten Dorf, schon einmal Esel gegeben haben muss. Peter meinte später zu mir, dass Sasi aus Polenz komme. Gucke ma an! Ich gedachte erst hier zu bleiben, doch als es anfing zu regnen, packte ich unmutig wieder und zog traurig und gestresst durch den Wagen weiter durch den Wald nach Polenz. Miniela ließ ich dabei ohne Leine laufen, was im Wald ja machbar ist, aber nicht auf der Straße.

In Polenz angekommen, wollte ich weitergehen ins nächste Dorf, doch es war schier unmöglich den Wagen mit Sasi richtig zu lenken, aufzupassen, dass er nicht kippt, Miniela an der Leine zu haben und auf Sultan zu achten, der glücklicherweise von mir gelernt hat am Straßenrand zu gehen und somit nicht an die Leine musste. Verzweifelt über meine derzeitige Situation, mein Gefühlsleben und der Tatsache das der Wagen doch keine einfachere Lösung war, sondern eher mehr Stress als zuvor auslöste, lenkte ich um und ging zu der großen Wiese am Waldrand zurück. Da gab es auch einen kleinen Dorfteich. Ich fragte ein paar Leute, die da ihr Grundstück hatten, ob wir eine Nacht bleiben dürften und sie bejahten, dankbarerweise.

Wegen der Wiese musste ich den Bauern fragen, der allerdings jetzt nicht auffindbar war. Geschlagen und doch erleichtert über den Lagerplatz ließ ich mich am Teich nieder. Die Männer, welche ich fragte, schenkten mir noch ein Bier. Und dieses genoss ich mir. Ich hatte richtige Lust mich mal kurzzeitig aus der Realität, durch Rausch, zu stehlen, doch war ich in solchem Zustand nicht mehr wehrhaft, wenn ich es hätte sein müssen. Und Verdrängung hilft ja auch nicht. Da mir der Wagen auf dem Weg trotz meiner Kontrolle zweimal umgestürzt ist, zerplatzte der Wassereimer aus Plaste. Auch noch das! Ich bat die jungen Männer um einen Eimer, da ich einen für die Tiere brauchte und sie gaben mir einen ihrer Baueimer. Besser als keiner.
Ich saß auf der kleinen Bank und in meinem Trümmerhaufen der Gefühle, trank Bier, rauchte und überlegte, wie ich jetzt weiter verfahren sollte mit dem Bollerwagen und ob ich das Zelt aufbaue.

Ich war so traurig, dass ich keine Entscheidung treffen konnte und somit nichts tat, als nur zu sitzen. Da sprach mich ein Mann aus dem gegenüberliegenden Grundstück an, der mich zu einem Bier einladen wollte. Ich mochte allein sein und in meinem Leid baden. So lehnte ich dankend ab. Damit gab er sich aber nicht zufrieden und erzählte mir von seinem vielen edlen Zedernholz was er besaß und das er der größte und beste Fliesenleger ist im Umkreis. Doch was nützte ihm das, wenn er am Wochenende allein zu Hause saß und keine Liebe bei sich hatte oder einen Freund oder so.
Ich hatte keine Lust auf reden und teilte ihm dies freundlich mit. Ich wollte nur eine ruhige und sichere Nacht haben. So ließ er sie mir und irgendwann schlief ich erschöpft und traurig ein.

Mittwoch, 28. Mai 2008

15. Juni 2007: Waldsteinberg












Ich wurde vom ersten Bader zeitig geweckt, stand selbst erst gegen 6.45 Uhr auf. Auch die Morgenstimmung war schön hier, ruhig und majestätisch standen die Felsen im Halbkreis und begrenzten das klare Wasser. Ich ging auch als erstes Schwimmen, genoss die Ruhe und Kühle die mich umgab. Dann schnell den Platz vom Eselmist entfernen, der Besuch vom gestrigen Abend wollte kommen und der Pächter, nicht der Besitzer, des Platzes auch. Ich räumte alles soweit auf. Es kam ein Perser zum schwimmen, der ebenfalls Patient in der Kurklinik war und versprach mir was zum Frühstücken zu bringen. Kurze Zeit später war er wieder mit Brötchen, Marmelade und Frischkäse in so kleinen Plastebehältern zurück. Wir aßen gemeinsam und redeten.

Er ist Kameramann und meinte, ich solle mein Vorhaben in die Öffentlichkeit bringen und mich mal ein Zeit lang begleiten lassen. Doch das will ich nicht, da ich es ja nicht mache, um Aufsehen zu erregen und ins Fernsehen zu kommen, sondern um mich zu reinigen, zu erleben, zu genießen, auch gerne jedes Mal aufs Neue, wenn ich durch Dörfer komme und Freude bei den Menschen aufkommt. Wenn sie es schon aus den Medien wissen entsteht so eine Erwartungshaltung, der ich sicher nie gerecht werden kann und will. Ich will es einfach nicht. Das klingt jetzt seltsam, da ich ein öffentliches Tagebuch habe, doch diese Adresse kennen nur die Menschen, denen ich sie gegeben habe. Es weiß nicht fast ganz Deutschland, nur ein sehr geringer Teil und das ist völlig ausreichend. Selbst damit habe ich mich übernommen, da ich es auf Anfrage von Freunden hin getan habe, damit sie wissen, wo ich stecke und was ich so treibe. Unterwegs kommt man selten ans Internet und wenn hat man kaum Zeit es zu nutzen, da es unhöflich ist, wenn man zu Gast ist, sich sogleich an den PC verzieht, um zu schreiben usw., wie ich am Abend feststellen musste.

Nun ja, der Herr und seine Frau kamen auch noch und brachten für uns alle was mit. Eine gute Flasche Wein bekam ich gespendet. Vielen Dank. Wir saßen so rum und redeten und alles war friedlich und in guter Stimmung. Ich war immer noch ein wenig baff über den gestrigen Zusammenstoß und die plötzliche Wendung des Blattes. Es war ein sehr angenehmer Vormittag. Der Pächter, Herr Seidel, kam in der Tat vorbei, schaute sich alles an, ob es in Ordnung ist, war freundlich und hilfsbereit. Als er den Wagen sah, den Fr. Schreiber und ich bauten, meinte er das man die Deichsel noch verstärken müsse. Er holte was und kam wieder. Wie er so baute, kam Frau Schreiber, um sich nach unserem Ergehen zu erkundigen und lernte gleich den Pächter des Platzes mal kennen. Sie wollte gerne, dass ich nochmal bei ihr vorbeikomme, um „Tschüss“ zu sagen, dass hätte ich sowieso getan.

Wie wir so sprachen kamen auch noch Leute von der Stadtverwaltung Brandis, die sich beschweren wollten bei mir über mich, doch da Herr Seidel da war und wir in Frieden zusammen standen und ich ihnen erklärte, dass ich bald gehen werde zogen sie wieder fort, ohne dass ich groß Ärger bekam. Glück gehabt.

Jetzt wollte ich packen, dass ich noch vor dem Mittag wegkomme, doch es war gar nicht so einfach, weil immer wieder Leute kamen und neugierige Fragen stellten. Alle kamen gar nicht zum schwimmen. Mir schien es als käme so nach und nach das Dorf, um sich selbst vom neusten Klatsch zu überzeugen. Ich schaffte es nicht bis zum Mittag, teilte dies Fr. Schreiber mit, da sie mich zu Mittag erwartete und war eben später bei ihr. Sie wollte mich noch zum Mittagessen einladen, deshalb sollte ich Punkt Mittag da sein, aha, wie lieb von ihr.

Ich lernte ihren Mann kennen. Die Esel packten wir auf eine große Wiese, die gegenüber der Terrasse lag und wir sie so im Blick hatten. Es war ein heißer Tag. Fr. Schreiber hatte Beefsteak mit Gemüse und Kartoffeln zubereitet. Oh, war das köstlich. Ich freute mich sehr und genoss es. Sultan bekam auch noch was. Ihre Hündin war sehr freundlich zu Sultan und akzeptierte ihn in ihrem Revier. Da ich so satt war, bat ich sie um einen Kaffee für die Verdauung. Den wollte sie machen, doch ich solle erstmal duschen gehen und mich waschen und so, was ich auch tat.

Es zog Gewitter auf, was auch nötig war bei der Schwüle die schon wieder vorherrschte, so tranken wir erstmal Kaffee mit Eis. Man, das war ein Schlemmertag... ihr Mann war aufgeschlossen uns gegenüber und freundlich. Mit ihm rauchte ich. Ihm geht es nicht so gut, seit seinem Bandscheibenvorfall. Doch er bemühte sich um Worte ... ich sah, dass es die beiden momentan im Schicksal hingen, es erdulden und akzeptieren mussten. Umso mehr bewunderte ich Fr. Schreibers hilfsbereite und liebenswerte Art, wo sie doch schon soviel zu tun hatte, da ihr Mann kaum noch was selbst tun kann, was letztlich für ihn ebenso traurig ist. Vielleicht waren wir alle, für sie beide, mal eine willkommene Abwechslung in ihren Leben.

Das Gewitter verzog sich wieder und so machten wir uns auf den Weg. Fr. Schreiber wollte mich bis zum Waldbad begleiten, doch schon in der Ersten Kurve aus ihrem Grundstück heraus fiel der Wagen um und es zerbrach eine der Stangen. Juhu... Sie reagierte sofort und meinte wir sollen alle wieder reinkommen und ich könne so lange bleiben, bis wir den Schaden wieder behoben hatten. Nur hatte sie dann nicht mehr die Zeit mich heute zu begleiten. Mit ihrem Nachbarn, Herr Forkel, reparierten wir das Gestell wieder und packten alles unter den Carport. Sie musste los, um etwas zu erledigen und ich goß derweil ihren großen Garten, um mich ein wenig mit einzubringen und sie zu entlasten. Sie haben ein großes, waldiges Grundstück, was sehr gepflegt und schön mit zahlreichen Blumen und Sträuchern bepflanzt war. Diese goß ich nun alle. Sie hatte herrlichen Frauenmantel mit riesigen Blättern, in denen sich das Wasser sammelte und zu einer Perlenform zusammenlief. Ich weiß nicht, ob es der heilkräftige ist oder ob es ihn auch als Zierde gibt.

Am ende war alles gut so wie es war, denn das Gewitter kam wieder. So machten wir ihren Schuppen frei und ich band die Esel so an, dass sie hinein konnten, wenn es anfing mit regnen. Und nach dem Abendessen begann es ganz langsam und zart, es steigerte sich in einen fetten Regenguss, dass ich doch froh war, dass wir alle im trockenen waren. Wir verzogen uns ins innere des Hauses. Ihr Mann und ich rauchten noch eine und Fr. Schreiber köpfte eine Flasche Sekt. Wow, das war der krönende Abschluss des Tages. Sie bügelte und wir unterhielten uns. Dann fragte ich sie, ob ich mal an ihren PC ins Netz dürfte, um weiter an meiner Internetseite zu arbeiten. Sie gestattete es mir und wies mich darauf hin, es auch zu tun. Doch ich wollte noch ein wenig mit ihr reden. Dann tat ich es und es fiel mir leider erst später ein, dass dies doch sehr unhöflich von mir war. Ich glaube, sie hatte es genossen uns zu bewirten und zu helfen und wollte den abend einfach gemütlich mit einem Frauengespräch mit mir verbringen. Und ich sitzt vorm PC und sie allein vorm Fernseher.

Das Internet lief auch nicht glatt und öffnete nicht alles, ich konnte nichts tun, es hatte nicht sollen sein. Doch mir leuchtete es zu spät ein, ich war zu egoistisch. Das tat mir danach richtig leid, doch die Zeit konnte ich nicht zurückdrehen. Schade, dass ich es nicht gleich gemerkt habe. Ich hoffe sehr, das Fr. Schreiber mir mein egoistisches Verhalten verzeihen kann. Seit dem mache ich es einfach nicht gern, wenn ich zu Gast bin und wenig Zeit ist. Gelernt habe ich daraus ... So gegen 1 Uhr fiel ich auf mein Nachtlager im Wintergarten und schlief gut ein und durch.

Dienstag, 27. Mai 2008

14. Juni 2007: Waldsteinberg am Steinbruch





















In der Morgendämmerung weckte mich das bellen eines Rehbocks, was mich nun nicht mehr so erschreckte wie zum Beginn der Reise. Ich schlief nochmals ein und stand dann so gegen 7 Uhr auf. Der Himmel und die Luft waren angenehm warm. Frau Schreiber, die großartige Spenderin, kam mit einem Kaffee mit lecker Milchschaum und einem belegten Brötchen zu mir, was ich total süß und aufmerksam fand. Danke. Sie bat mich gleich nach dem Essen zu ihr zu kommen, damit wir den Wagen bauen können, da sie bald los musste zur Hundeschule. Das tolle Angebot schlug ich nicht aus, beeilte mich und zog mit Sasi rüber zu ihr ins Grundstück, was die Esel allerdings zum „iihhaahhen“ animierte, da sie getrennt waren. Peter hatte mir ja erklärt wie wir bauen können und so bauten und schraubten wir in Windeseile einen Wagen aus allen möglichen zeug zusammen mit dem was sie zur Verfügung hatte. Da ich kein richtiges Sielengeschirr hatte bauten wir eines aus Holz und Leinen. Das Holz umspannten wir mit Schaumgummi, damit das Holz nicht an Sasi's Brust reibt. Und schon war der Wagen fertig. Ich bedankte mich von ganzen Herzen bei ihr, war einfach hin und weg, von ihrer Tatkraft und Engagement. Riesige Freude erfüllte mein Herz.

Ich lief zurück zum Lager und begann das übliche Ritual des Packens, nur das diesmal der Wagen mit bepackt wurde. Frau Schreiber hielt mit ihrem Wagen nochmal kurz bei mir, um mir eine Schale mit frischen Erdbeeren zu schenken. Ach, ich war einfach überwältigt von ihr. Dann lief ich ganze 150m weiter, um noch einen kurzen Abstecher beim Steinbruch zu machen, da ich mich waschen und erfrischen wollte. Der Weg dahin war abgesperrt, dennoch gelang es mir mit Sack und Pack hindurch zu gelangen.
Als ich unten ankam war ich völlig überrascht von der Schönheit des Ortes, der so still, bescheiden und doch so erhaben vor mir lag. Ein kreisförmig ausgehöhlter Steinbruch, mit klarem, türkisfarbenen Wasser, welcher zur Mitte des Wassers immer blauer wurde. Dieser Platz wirkte sogleich klärend, erfrischend und reinigend. Mitten im See war eine Frau, ein Kind und ein knallrotes Gummiboot, die herzlich herum alberten. Nur ihre albernen, fröhlichen Stimmen hallten über das Wasser und die Steinwände und zerbrachen somit die Stille, aber keinesfalls die überwältigende Kraft des Ortes. Das Gefühl darin zu baden, zu gleiten im Kreis der Alten, der Steinahnen wirkte auf mich so zauberhaft und belebend, dass ich mich entschied den Tag hier zu verbringen, damit wir alle uns auftanken könnten. Ich erkannte Gesichter in den Steinen und fühlte die gute Energie und deren Geister hier, einfach faszinierend.

Als die zwei aus dem Wasser kamen begrüßten wir uns freundlich und ich fragte sie, ob man denn den Tag und eine Nacht hier verbringen könnte. Sie sagte mir, dass dieser Platz recht einsam wäre und es keine Probleme geben würde. So ließ ich alles entspannt fallen, baute ein Lager auf, im Schatten, denn es ist sehr warm geworden, was mich nur bestärkte einen Tag an solch einem wundervollen Ort zu verbringen. In der sonne hielt man es nicht lange aus. Ich ging schwimmen, entspannte mich, ging wieder schwimmen, um mich danach wieder entspannt hinzulegen oder zu setzen und zu schreiben. Dabei genoss ich die frischen Erdbeeren, die mir Fr. Schreiber mitgebracht hatte. Sultan erging es ähnlich, er wechselte seinen Platz hin und wider mal in sonne und Schatten und ging immer mal ins Wasser, um sich zu erfrischen. Die Esel band ich ab und sperrte den Platz provisorisch ab, damit die Esel nicht abhauen. Sie entspannten ebenso wie alle hier. Sie wechselten auch zwischen Sonne und Schatten, nur gingen sie nicht ins Wasser, sondern nahmen herrliche Staubbäder.

Hier gab es einen alten Lagerfeuerplatz oder so, jedenfalls war ein Stück des Platzes unbegrünt und staubig. Jedesmal wenn Sasi sich wälzte, lag eine dicke Staubwolke in der Luft und sie schniefte dann, dass es aussah als wäre sie ein Drache, da der Staub aus ihren Nüstern stob, als wäre es Qualm und zusätzlich klang sie auch so. Ich erfreute mich an der Gelassenheit aller meiner Reisebegleiter.
Der Platz füllte sich zunehmender, viele kamen, sprangen ins kühle Nass und gingen dann wieder. Einige blieben auch und genossen, wie wir alle, den wunderbaren Platz und dessen erfrischende Wirkung. Da ich den Platz abgesperrt hatte, trauten sich einige nicht über die Leine hinweg, so kam ich doch immer ins Gespräch mit den Leuten. Die meisten waren sehr freundlich und störten sich nicht an uns und an der gespannten Leine. Alle mussten zu Anfang des Platzes über die Kette steigen, da machte die weitere Leine auch nicht so viel Umstände.

Einmal war es mir doch unangenehm, als Sasi sich im Staub wälzte, da sie den gesamten Platz unter Staubnebel setzte und wenn man gerade frisch aus dem Wasser kam, war dass nicht so tolle. Sie wälzte sich bestimmt zehn mal an diesem Tag in der Kuhle. So kam ich doch nicht so sehr zum All-ein-sein, da viele Leute sich über uns wunderten und Fragen stellten. Doch immer liebenswert. Zwei Menschen spendeten mir je 5€ und die gute Frau Schreiber kam auch nochmal rum, um zu schauen, ob es uns gut geht und gab mir noch ein paar Lebensmittel und sage und schreibe 20€ zu spenden. Da war ich recht platt, über die vielen Spenden, die ich an einem Tag erhalten habe. Dank an Alle!

Später kamen eine kleine kleine Gruppe Taucher. Die Männer gingen tauchen, da dies offiziell ein Tauchsee und kein Badesee war. Mit den Frauen kam ich ins Gespräch. Sie erzählten mir, dass sie in der Nähe von Torgau wohnten und ich erzählte ihnen, dass ich auch dort durch käme. Sie boten mir an bei ihnen vorbei zu kommen und wollten sich bei einem Bekannten in der Dahlener Heide erkundigen, ob er ein Schlafplätzchen für uns hätte, da ich auch durch diese wollte und musste, um nach Torgau zu kommen. Wir unterhielten uns noch über dies und das, tauschten Adressen und Telefonnummern aus und zum Ende schenkten sie mir ihre leckeren Erbsenschoten. Ein älterer Herr kam zweimal zum schwimmen, welcher mir als einziger Mann an diesen Tage ein unangenehmes Gefühl brachte, da er so lüstern schaute. Irgendwann sprach er mich an und jammerte ein wenig über seine Krankheit, denn dieser war in der hier ansässigen Kurklinik zur Heilung gewesen und musste glücklicherweise pünktlich da sein, sonst bekommt er kein Abendessen mehr. Zum Abend hin lichtete sich die Menge der Schwimmer, doch kamen immer wieder welche. Zum Beispiel ein paar Jugendliche, die sich aber wahrscheinlich von mir gestört fühlten und so nicht in Ruhe kiffen konnten. Sie hatte ihre Glaspfeife nicht richtig versteckt. Als letztes kam ein Liebespaar, was sich nicht von mir gestört fühlte und ich mich auch nicht von ihnen, außer dass mich ein wenig Wehmut ergriff, als ich die jungen Liebenden so sah.

Der Abend und die Dämmerung waren ebenso zauberhaft wie der Tag, überall flogen schnell und still Fledermäuse über das Wasser und über das Land zahlreiche schwebende Glühwürmchen. Ein wahrhaft romantischer Abend.

Als ich mich zum schlafen hinlegte kam ein Mann mit einem Hund, welcher sich von dem improvisierten Zaun abhalten ließ. Diesmal stand ich nicht nochmal auf, um den Umstand zu erklären und blieb liegen, was sich kurze Zeit später als Fehler erwies.
Der verliebte junge Mann kam später zu mir, um mir mitzuteilen, dass der Herr mit dem Hund enttäuscht und sauer war und jetzt den Besitzer des Steinbruchs anrufe. Na toll, das fehlte mir jetzt noch am Anfang der Nacht und nur weil ich einmal zu faul war Erklärungen zu geben. Ich stand auf, zog mich an und guckte, ob ich diesen Herren noch antreffen würde. Nix da und so legte ich mich wider hin und betete, dass er erst morgens kommen würde. Nix da, er kam, als ich wieder lag, kam er wieder. Ich stand auf, um zu ihm zu gehen. Beide Seiten waren total angespannt, ebenso unsere Hunde. Der Mann schiss mich gleich richtig an, was ich hier soll, dass ist ein Privatplatz und das ich sofort verschwinden solle. Er rufe sonst die Polizei. Oh je, es war schon kurz nach 23 Uhr. Wo sollte ich jetzt mitten im Dunklen hin und mein Lager zusammenpacken? Ich war sehr unsicher und er sehr streng und autoritär, ebenso seine Frau, dennoch blieb ich freundlich und versuchte ihm ruhig die Situation zu erklären, dass ich eben mit Eseln unterwegs sei und den Platz gefunden hätte und mir keiner der Leute sagte, dass ich nicht hier bleiben könne. Ich bat ihn, den Besitzer anzurufen, damit ich mich persönlich bei ihm der Unannehmlichkeiten entschuldigen kann und ihn bitten kann dies eine Nacht zu bleiben. Er gewährte mir dies, was mein Glück war.

Der Besitzer war nicht so aufgebracht wie der Herr, aber auch ein wenig sauer, dennoch nahm er meine Entschuldigung an, nachdem er hörte, dass ich mit zwei Eseln auf der Wanderschaft sei und ließ mich die Nacht hier bleiben. Natürlich sollte ich den Platz sauber hinterlassen, das ist für mich selbstverständlich solch schöne und auch alle Plätze sauber zu hinterlassen.

Auf einmal wendete sich das Blatt und der aufgebrachte Herr und seine Frau wurden super-freundlich, die Spannung fiel von beiden Seiten ab und sie fragten mich aus, wegen der Wanderschaft und den Eseln. Ich war völlig verblüfft über diese Umkehrung der Energien, der blanke Gegensatz zeigte sich nun, was mich sehr sehr erleichterte und mich wissen ließ, dass man mit Höflichkeit und Ruhe einiges erreichen kann. Ich war sehr dankbar, dass ich nicht mitten in der Nacht des Platzes verwiesen wurde. Der Herr, seine Frau und der Besitzer wollten in der Frühe am nächsten Morgen vorbeikommen...

Das verliebte Pärchen blieb noch eine Weile, was mich beruhigte und ich bemerkte auch nicht mehr ihren Weggang, da ich friedlich einschlief.

13. Juni 2007: Kleinpösna – Albrechtshain – Waldsteinberg










Zeitig erwachte ich am Morgen, blieb aber noch bis ca. 7 Uhr liegen. Die schöne junge Frau mit den vielen Kindern kam vorbei und brachte gleich noch die Besitzerin der Hundeoase mit, die hier auf dem Gelände ansässig ist, da sie ihren Hund über dem Tag dort abgibt. Es ist eine Art Hundetagesstätte, wenn die Besitzer der Hunde zu lange von zu Hause wegbleiben. Die Besitzerin lud mich zu sich zum Kaffee ein, was ich gerne und dankbar annahm. Die junge Frau schenkte mir eine Brotbüchse voll mit Schnitten, Gemüse und Süßem. Toll, vielen Dank. Die Kinder sprangen freudig um die Esel herum und knuddelten sie. Sie haben keine Berührungsängste, das finde ich so toll an Kindern. Wir schwatzten ein wenig und dann musste sie mit ihrer ganzen Bande los. Herrliche Bande irgendwie.

Der Himmel war bewölkt und frisch, was ich als sehr angenehm empfand. Gewitter hatte es keines mehr gegeben. So ging ich erstmal zum See, um mich im kühlen Nass zu erfrischen und brachte gleich noch Wasser für die Tiere mit. Dann ließ ich mein Lager allein und ging zur Hundeoase, wo es Kaffee und interessante Gespräche mit der Frau gab, die es führte. Ich frühstückte gleich noch und erkundigte mich über ihr Geschäft, was gar nicht so schlecht läuft. Was mich sehr beeindruckt hatte war die Gelassenheit der Tiere und der Frau. Es gab keine Rangeleien unter den Hunden, es war einfach eine gelassene und fröhliche Atmosphäre. Sie hat den Trick raus mit Hunden umzugehen, mit viel Liebe und Geduld. Zeit hat sie ja dort. Am späten Nachmittag werden die Hunde wieder abgeholt. Ist keine schlechte Idee, so müssen die Hunde nicht allein zu Hause sein und sich langweilen. Ich wusch mich gleich noch bei ihr, sie schenkte mir ein Antizeckenmittel auf der Basis von ätherischen Ölen, worüber ich mich sehr freute. Doch roch es wirklich sehr extrem.

Zurück am Lager schrieb ich den drei Leuten (junge Frau, Hundefrau und Knut) je eine Karte und brachte sie hinter. Knut kam daraufhin mal zu mir, ein kurzes Gespräch über die Esel und so, und das ich an manchen Orten keine Möglichkeit habe sie anzuflocken, wie eben es hier der Fall war. Knut kam nochmal wieder mit einen fix zusammengeschweißten Pflock, was ich total nett fand und nicht ablehnen konnte. Doch war er richtig schwer, da er aus fettem Eisen oder so, war. Er wog sicherlich so an die 3 kg. Ich wollte nicht unhöflich sein und nahm ihn mit. Immerhin hatte er sich ja die Arbeit gemacht.

Nun fing ich wieder an mit packen, putzen, satteln und als ich so mitten drin war, kam der Steffen, vom Vortag, rum, um sich zu erkundigen wie es mir geht. Uns ging es gut, durch die vielen lieben Menschen hatte ich den Schmerz zu Curly's zerbrochener Freundschaft etwas verdrängen können. Steffen quatschte gleich drauf los, half mir etwas beim beladen der Esel und kam dann ein Stück mit des Weges. Er führte mich über die Autobahnbrücke, erklärte mir unterwegs noch ein paar Pflanzen die am Feldrand wuchsen und in Albrechtshain lud er mich in die Kneipe auf ein Radler ein. Die Gastwirtin war sehr aufgeschlossen und freundlich, freute sich über den Besuch der Esel und schenkte mir am Ende mehrere Lollis und zwei Biere. Darüber freute ich mich natürlich sehr.

Er kam noch weiter mit und so gingen wir an einem veralgten Autobahnsee kurz schwimmen. Dabei fing er an mich irgendwie anzumachen, indem er beim reden so ganz beiläufig meinen Arm streichelte, mich „Schätzchen“ oder „meine Kleine“ nannte, was ich nun überhaupt nicht leiden kann. Steffen ist Mitte 50, er könnte mein Vater sein. Männer sind eben Männer, das Alter ist doch völlig egal ... Das gefiel mir ganz und gar nicht und das zeigte ich ihm auch. Enttäuschend nahm er dies zur Kenntnis und akzeptierte meine Entscheidung, was ich gut fand. So langsam stieg in mir immer mehr das Bedürfnis allein zu sein. Er führte mich dennoch bis zum Anfang von Waldsteinberg und beschrieb mir den restlichen Weg bis nach Brandis. Dann verabschiedeten wir uns von einander. Er war etwas traurig über den Abschied, ich war eher erleichtert, obgleich ich ihm sehr dankbar über seine Führung und das Radler war. Er ist ein netter Mann, dennoch sehnte ich mich nach All-ein-sein. Er kam sogar nochmal kurz zurück, um nochmal „Tschüss“ zu sagen. Doch dann war ich wieder allein und ging weiter.

Als ich an die Straße kam, die ich abbiegen und entlang gehen sollte, nach seiner Beschreibung verging mir die Lust daran, denn sie war stark befahren, verlief durch einen Wald und hieß noch dazu „Finsterer Weg“. So stand ich kurzweilig ratlos an der Kreuzung rum, bis ein Pärchen auf Fahrrädern vorbei kam. Sie fragte ich nach anderen Möglichkeiten des Weges und die gab es. Nur ein kleines Stück an der großen Straße entlang und dann ging es einen kleinen Weg durch eine schöne Siedlung von Waldsteinberg. Linksseitig waren Grundstücke und rechts der Wald. Eigentlich war fast alles Wald, denn selbst die Grundstücke hatte zumeist große Kiefern und andere Bäume bei sich stehen. Wir kleinere Parks kamen mir die Grundstücke vor, mit Wohnhaus im hinteren Teil des Grundstücks. Sehr idyllisch.

Plötzlich blieb Sasi unerwartet an einem der Grundstücke stehen und wollte sich keinesfalls mehr weiterbewegen. Nichts war zu machen. Hier konnte ich doch nicht bleiben, da es eben nur die Häuser und den Wald gab, ansonsten Straße. Ich verzweifelte fast, dann band ich Sasi an, nahm mir Miniela und ging mit los. Sasi gefiel das natürlich gar nicht, doch mir fiel nichts anderes ein. Ich lief nicht weit mit Miniela, nur so 150 m bis eine kleine Wiese kam, sie reichte für ein Nachtlager, was allerdings eben kein schöner Ort war. Mir blieb halt nichts anderes übrig. Sasi meckerte. Ich band Miniela an einen Baum bei der Wiese an und ging zu Sasi, um sie zu holen, da meckerte natürlich Miniela, weil sie jetzt allein gelassen wurde. Das half aber Sasi, um sich noch ein kleines Stückchen in Bewegung zu setzen, bis zur Wiese natürlich nur. Gut, dort sattelte ich ab und bereitete das Lager vor.

Da es nun direkt an der Straße war, erntete ich von den vielen Fahrradfahrern, Spaziergängern und Autofahrern verwunderte Blicke und bekam hier und da ein paar Sprüche um die Ohren gehauen, die witzig sein sollten. Einige Frauen und Kinder erfreuten sich an den Eseln. Die Besitzer vom gegenüberliegenden Grundstück fragte ich, ob sie was dagegen hätten, wenn wir eine Nacht hier verbringen würden. War ok für sie, dennoch empfohlen sie mir an den Steinbruch zu gehen, welcher nur 150m entfernt war. Dies war allerdings heute aussichtslos mit den sturen Eseln. So öffnete ich mir eines der Biere und rauchte erstmal eine. Dabei bekam ich Besuch, wie es sich herausstellte die Besitzerin des Grundstücks an dem Sasi stehen blieb. Eine sehr nettes und zuvorkommende ältere und fitte Frau, welche mich nach unseren Befinden erkundigte und wer wir so sind. Ich erklärte ihr die Situation und meine Reisegeschichte. Sie meinte, dass ich verrückt sei und uns so was antue. Sie fragte, ob wir Wasser bräuchten, oh ja, das brauchte ich für die Tiere und so kam sie mit zwei Eimern Wasser und Leckerli für die Tiere zurück. Wow. Ich wollte ihr eigentlich tragen helfen, doch das lehnte sie ab.

Wir sprachen wieder kurz miteinander und dabei erzählte ich ihr über die Idee eines Wagens, der uns das Reisen erleichtern sollte, vor allem bei der Hitze. Sie kam dann nochmal wieder mit einem Bollerwagen, Brettern, Luftpumpe, und Seilen zu mir zurück. Ich war erstaunt über ihr großartige und unerwartete Hilfsbereitschaft und ihre Gaben. Auf einmal hatte ich einen Wagen. Das ging schneller als erwartet. Da war ich platt und glücklich über den Vorfall mit Sasi. So was nennt man „Glück im Unglück“, nicht wahr?! Ob Sasi mal wieder das richtige Gespür für gute gute Menschen und Plätze hatte? Ich gehe davon aus. Oder war es doch nur Sturheit? Ich öffnete das zweite Bier, setzte mich an den Baum und telefonierte mit Peter, was sehr wohltuend war. Außerdem erklärte er mir, wie ich den Wagen bauen mußte, dass Sasi darin ging. So schlief ich ein wenig betütelt vom Bier und zufrieden über den Ausgang des Tages ein.